3. März 2025

Ich möchte Eltern eine Selbstverletzung (Ritzen) ihres Kindes ersparen!

Die wichtigste Funktion von selbstverletzendem Verhalten liegt für einen Großteil der Kinder – mein jüngstes Mädchen war acht Jahre – und Jugendlichen, in einem Reduzieren bzw. Erleichtern negativer Gefühle und ist für die Betroffenen zum Zeitpunkt der Selbstverletzung häufig die einzige Methode, die ihnen „hilft“.

„Ich weiß zwar nicht warum, aber es geht mir dann besser“ sind die häufigsten von Jugendlichen genannten Gründe; d.h., dass für betroffene Kinder und Jugendliche selbstverletzendes Verhalten eine wirkungsvolle Bewältigungsmöglichkeit darstellt, um vor allem mit dem Gefühl von Ohnmacht, negativen Gefühlen und starker innerer Anspannung umzugehen.

Die häufigsten akuten Probleme, die mir die Kinder und Jugendlichen sagen und/oder schreiben, sind Konflikte im familiären Umfeld oder mit der Gleichaltrigengruppe, gewalttätige Erziehungshaltungen, emotionale Verwahrlosung und langjähriges Mobbing-, verbunden mit anhaltenden Ausgrenzungserfahrungen.

Ich versuche Eltern hier kurz zusammengefasst wiederzugeben, wie sich verhalten sollten. 

  1. das Thema „Selbstverletzung“ ansprechen;
  2. die Gefühle ihres Kindes – egal ob Mädchen oder Bub – ernst nehmen;
  3. bitte keinen Druck auf ihr Kind ausüben, denn eines muss allen klar sein: „Dieses Mädchen, dieser Bub hat Schwierigkeiten und braucht Zuhören, Verständnis, Trost …;
  4. sprechen sie keine Vorwürfe und/oder Strafen aus und
  5. wenden sie sich an Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen, um sich selbst und ihr Kind zu schützen.

Wenn es Interesse an einer Aufklärung zum Thema „Selbstverletzung“ seitens von Elternvereinen, Schulen, Universitäten, Gemeinden, Vereinen, Firmen, Lehrlingsbeauftragten uam. gibt, dann kontaktieren Sie mich wie immer unter info@ebenschweiger.at

Zum Schluss ein etwas abgeändertes Zitat von Victor Klemperer (deutscher Schriftsteller): „Worte und Handlungen können sein wie winzige Arsendosen. Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“

LG Günther