13. März 2025

Offene Wunden bleiben!

Jedes meiner Trainings ist etwas Besonderes; eine andere Stadt, ein anderer Ort, eine andere Schule oder Organisation, andere Pädagog:innen, Trainer:innen, Betreuer:innen, Eltern, andere Kinder oder Jugendliche und vor allem andere Lebensgeschichten, von lustig, nachdenklich, traurig bis erschreckend.

Nach zwei Tagen mit zehn Stunden Training mit den Kindern und Jugendlichen, drei Stunden mit den Pädagog:innen und bis zu zwei Stunden mit den Eltern könnte man meinen, dass mein Einsatz mit systemischer Mobbing-Prävention und -Intervention abgeschlossen ist; leider nein.

Auch wenn ich den dissozialen gruppendynamischen Prozess beenden und mit Hilfe der Pädagog:innen nachhaltig stabilisieren kann, bleiben bei den von Mobbing betroffenen Kindern und Jugendlichen und sehr oft auch bei der ganzen Klasse, offene Wunden, denn niemand kann die durch das Mobbing hervorgerufenen vielfach massiven und anhaltenden kognitiven, emotionalen und auch psychischen Belastungen auf „Knopfdruck“ abschalten. 

Die Herausforderung für uns als Verantwortliche bedeutet das, offen, motiviert und mutig neue Wege zu finden, um das Bewusstsein für dieses ernste Thema Mobbing zu schärfen und uns aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen, um Kinder und Jugendliche davor zu schützen.

Das heißt, die Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing erfordert nicht nur unsere ganze gesellschaftliche Aufmerksamkeit, sondern auch ein gemeinsames Engagement aller Akteur:innen, um gegen diese alarmierenden Realitäten eine positive Veränderung zu bewirken. 

Das Gewaltphänomen Mobbing ist allerdings sehr komplex und vielschichtig und daher suche ich nach wie vor Politiker:innen, die die Motivation, den Mut und die Bereitschaft zu einem Perspektivenwechsel haben, um das durch die Schweigemauer beinahe unsichtbare Thema „Mobbing“ zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor den Vorhang zu holen.

LG Günther