16. März 2025
Rosen als Entschuldigung: und dann beginnt Gewalt von vorne!

Häusliche Gewalt ist zu 90 Prozent männliche Gewalt und auch mit diesem Gewaltphänomen beschäftige ich mich seit Jahrzehnten. Neben der Ausbildung zur „StoP-Fachkraft für sozialraumorientierte Prävention und Intervention bei Partnergewalt“ an der HAW-Hamburg, habe ich diesem Thema vor Jahren einen meiner Präventionskongresse gewidmet.
Es ist für mich ein sehr wichtiges Thema, weil Frauen und Kinder so massiv betroffen sind und sich über die Täter und ganz besonders über die Opfer, diese Gewalt von Generation zu Generation „multipliziert“.
Die Symptome sind vielschichtig, weshalb angekündigte Erhöhungen von Strafen durch die Politik, zukünftige Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht verhindert, sondern nur „unter den Teppich kehrt“. Auch die öffentliche Wahrnehmung wird über die Femizide aufrechterhalten, sonst würde dieses Gewaltphänomen vermutlich kaum mehr gesellschaftlich wahrgenommen.
Tatsache ist,
⭕️ dass Frauen, welche in starkem Ausmaß Gewalterfahrungen im häuslichen Bereich gemacht hatten, deutlich häufiger von physischen, psychischen bzw. psychosomatischen Beschwerden betroffen sind und
⭕️ dass Kinder, welche Paargewalt miterleben, posttraumatische Belastungsstörungen, ernsthafte Entwicklungsrückstände und Schulschwierigkeiten sowie Schlaf- oder Essstörungen oder Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen, entwickeln.
Von zentraler Bedeutung wäre, dass die Personen in der Familie und dem sozialen Umfeld über ihre Handlungsmöglichkeiten informiert sein sollten, um das Auftreten von Gewalt durch die Reduktion von Risikofaktoren und den Aufbau von Schutzfaktoren frühzeitig zu verhindern.
In Österreich hat die männerdominierte Politik bisher so gut wie gar nichts dagegen getan, um Frauen und Kinder VOR dieser massiven Gewalt zu schützen und: wirksame Gewaltprävention als Ursachenbehandlung ist weit und breit nicht in Sicht.
Ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf, dass es nach zwanzig (20!) Bundesregierungen doch noch zu einem Perspektivenwechsel bei Politiker:innen auf der Bundes- und/oder den Landesebenen und damit zum wirksamen Schutz von Frauen und Kindern VOR Gewalt kommt.
LG Günther