24. März 2025
Sexueller Kindesmissbrauch: Ein Syndrom der Geheimhaltung

Werden wir mit Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch konfrontiert, erstaunt uns oft, wie lange die Misshandlung angedauert hat und wie unbemerkt das Kind misshandelt werden konnte.
Kinder werden in den meisten Fällen von Personen sexuell misshandelt, die ihnen gut bekannt sind und die dazu oft auch noch aus ihrem familiären Umfeld oder direkt aus der Familie stammen.
Zu diesen Personen haben die Kinder mehr oder weniger enge Bindungen, denn die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse nach Nahrung und Kleidung (strukturelle Abhängigkeit) sowie die Versorgung emotionaler Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit und Zärtlichkeit, ist in der Eltern-Kind-Beziehung angelegt.
Aus dieser Abhängigkeit heraus sind Kinder gegenüber Eltern loyal. Dies führt zu der kindlichen Einschätzung, Eltern würden alles können oder richtig machen und Eltern müsse man glauben.
Als Syndrom von Geheimhaltung wird von nun an mit jeder weiteren Misshandlung der Geheimhaltungsdruck auf das misshandelte Kind stärker. Fast immer entwickeln Kinder in diesem Kontext Schuldgefühle und Scham und fühlen sich für die Situation verantwortlich.
Wer sein Herz und seine Seele öffnet, wird sehen, was sexueller Missbrauch für Kinder bedeutet und warum wir alles daransetzen müssen, um Missbrauch zu stoppen und dazu stammt von Heraklit folgendes Zitat: „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst. So tiefen Grund hat sie.“
Nun, ich habe schon vor 40 Jahren mein Herz und meine Seele für von Gewalt betroffene Kinder geöffnet und werde beinahe täglich mit vielen „Danke“ belohnt, so wie diese persönliche Widmung im Buch „Vom zersplitterten Spiegel zum bunten Mosaik“ von Maja Marlen Hope; das ich sehr empfehlen kann.
LG Günther