17. April 2025

Die Geschichte einer zerstörerischen Beziehung

Zum gestrigen Text noch ein „Nachschlag“, denn patriarchale Gewalt ist keine Privatsache, sondern eine tiefgreifende Menschenrechtsverletzung, die hinter verschlossenen Türen stattfindet. In einem Umfeld, das eigentlich Geborgenheit und Sicherheit bieten sollte, erleben Frauen und Kinder oft die Hölle. Die Spuren körperlicher Misshandlung mögen verblassen, doch die seelischen Narben bleiben.

Mit dem Fokus auf Sensibilisierung und Prävention macht das hier von mir auszugsweise vorgestellte Buch – „Und das soll Liebe sein? – Geschichte einer zerstörerischen Beziehung“ von Rosalind B. Penfold (ist ein Pseudonym) Mut, die Entwicklung patriarchaler Gewalt zu durchbrechen. Denn nur wer die Gewaltdynamiken kennt, kann frühzeitig und vor allem präventiv handeln – für ein Leben in Freiheit und Würde.

„Als ich Brian kennenlernte, verliebte ich mich Hals über Kopf in ihn … der Anfang eines Märchens. Am Anfang war es das auch … bis alles sich veränderte. Zuerst ignorierte ich die Demütigungen … die subtilen Machtspielchen … und wollte nicht glauben, was geschah, bis ich im Treibsand der verbalen, emotionalen, sexuellen und schließlich auch körperlichen Gewalt versank.

Aus Scham und weil ich die Wahrheit leugnete, blieb ich zehn Jahre mit Brian zusammen. Ich traute seinen Schwüren und Versprechungen mehr als dem, was ich sah, hörte und erlebte. Oft verdrängte ich die schlimmsten Erlebnisse. Es gab kein erkennbares Muster. Mein Verstand weigerte sich, wahrzunehmen, was meine Hoffnungen zerstörte. 

Ich fand mich klug und stark … ein Fels in der Brandung … aber in dieser Beziehung ging ich so komplett unter, dass ich jegliches Gefühl für mich selbst verlor.

Ich hoffe, meine Zeichnungen helfen, die Warnsignale für missbräuchliches Verhalten zu erkennen. Denn solange wir nicht erkennen, können wir es auch nicht verstehen. Und solange wir nicht verstehen, bringen wir uns in Gefahr. Wer seine Selbständigkeit im Namen der Liebe aufgibt, riskiert die allmähliche Zerstörung seiner selbst.“

Dieses Buch zeigt authentisch in Zeichnungen, wie die Spirale aus Liebe, Abhängigkeit und Gewalt entsteht – oft beginnend mit vermeintlicher Zuneigung, die in Erniedrigung und Aggression mündet; und doch besteht Hoffnung zur Erkenntnis und Veränderung, auch wenn dieser Weg lang sein kann.

LG Günther