16. April 2025
Femizid: Bis dass der Tod euch scheidet

Patriarchale (häusliche) Gewalt ist je nach Erhebung bzw. Forschung zwischen 76 und 90 Prozent männlich und wird in der Gesellschaft beinahe nur mehr als „Femizid“ wahrgenommen.
Organisationen mit „Tunnelblick-Syndrom“ nutzen das für ihren Aufschrei nach Förderungen; Politiker:innen nutzen das für ihren Aufschrei nach höheren Strafen und manche Medien nutzen Femizide als Aufhänger und somit als Auflagenerhöhung ihres Mediums.
Kein Wort und kein Ansatz über (Gewalt-)Prävention, über Entstehungen, Entwicklungen, Prozesse und über die Täter, um Frauen – und nicht zu vergessen die mitbetroffenen Kinder – vor patriarchaler Gewalt zu schützen.
Statistisch gesehen, ist jede 3. Frau von diesem Gewaltphänomen betroffen, das heißt, dass in Österreich rund eine Millionen Frauen Gewalt erleben und die etwa 15 Prozent betroffenen Frauen dann Hilfe bekommen, wenn sie sich mit ihrem jahrzehnte- oder jahrelangem Leiden an die Polizei oder an das Gewaltschutzzentrum wenden; den weiteren 85 Prozent wird so gut wie nicht geholfen, weil es keine (Gewalt-)Prävention vor Ort gibt.
Gewalt gegen Frauen richtet sich immer auch gegen ihre Kinder, selbst wenn diese nicht direkt angegriffen werden. Das bloße Miterleben der Gewalt kann beispielsweise zu Schlafstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Aggressivität oder Ängstlichkeit führen.
Kinder, die Gewalt und deren Folgen miterleben, erlernen und akzeptieren Gewalt als Konfliktlösungsmuster und als besonders schwerwiegend empfinde ich, dass Gewaltverhalten sowie durch Gewalt ausgelöste Traumata über Generationen hinweg vererbt werden können.
Patriarchale Gewalt ist nach wie vorein Tabu-Thema und nur über den öffentlich wirksamen Begriff „Femizid“, können wir weder ein öffentliches Bewusstsein schaffen, noch können ohne (Gewalt-)Prävention Risikofaktoren minimiert oder Schutzfaktoren aktiviert werden.
LG Günther