19. April 2025

Günther und die Männer

Ab der 3. Klasse Volksschule frage ich die Kinder, was sie über Gewalt wissen und die 100prozentige Antwort ist: „Von fremden Männern in einem Kombi entführt zu werden!“ Sie haben aber kein Wissen über sexualisierte, über patriarchale Gewalt oder über Mobbing – außer, dass sie im besten Fall die Begriffe kennen – und über Hilfemöglichkeiten, obwohl bis zu 95 Prozent aller Gewalt in der Familie und im sozialen Umfeld passiert!

In Anspielung an einen bekannten Zeichentrickfilm habe ich die heutigen Zeilen daher „Günther und die Männer“, genannt, weil wir in der (Gewalt-)Prävention ganz besonders die Kinder – und hier insbesondere die Buben – in den Fokus nehmen und stärken müssen.

Ich beschäftige mit seit vierzig Jahren mit (Gewalt-)Prävention und sicherlich schon rund dreißig Jahre mit dem Thema patriarchale Gewalt und den unmittelbar betroffenen Frauen und den mittelbar betroffenen Kindern. 

Es bräuchte dringend zumindest einen „Männerminister“ und Männer im Nationalrat, die den Mut hätten, den aktuellen Blick von den betroffenen Frauen, auch auf die (Gewalt-)Prävention für Männer zu lenken.

Männergewalt wird oft schon in der Kindheit erlernt und Männer sind zu 100 Prozent für ihr gewalttätiges Verhalten verantwortlich. Diese Gewalt ist aber kein unabwendbares Schicksal, sondern sollte früh mit (Gewalt-)Prävention verändert werden!

Solange wir in Österreich einerseits gewalttätige Männer und andererseits „mutlose“ Politiker haben, solange bleibt Gewalt gegen Frauen und somit auch Gewalt gegen Kinder ein tausendfaches Problem, das – ehrlich gesagt – die scheußlichste Erscheinungsform von systematischer Diskriminierung und Ungleichheit der Frauen im täglichen Leben ist.

Wir müssen daher gemeinsam den betroffenen Frauen und Müttern wieder Macht über ihr Leben geben und dazu brauchen wir professionelle und mutige männliche (politische) Perspektiven, nach dem Motto: Männer mit Köpfchen statt Muskeln!

LG Günther