18. April 2025

Wege aus der Partnergewalt: Wer hat das Patentrezept?

Gewalt – besonders im Kontext Familie – gilt als eines der schwierigsten gesellschaftlichen Phänomene. Überall verbreitet und unkalkulierbar, scheint sie als Mittel zum Zweck der Machtausübung immer zur Verfügung zu stehen und hat unterschiedliche Gesichter; ist ein Wort mit sechs Buchstaben und tausend Missverständnissen.

Konstruktive Lösungsmöglichkeiten, d.h. förderliche Präventionsmaßnahmen zu entwickeln wird als eine wichtige Aufgabe auf allen Handlungsebenen erachtet, denn Opfer von Beziehungsgewalt wägen genau ab, wann sie aktiv werden, sich durch (in-)formelle Dritte helfen lassen und wann sie lieber versuchen, die Gewalt beziehungsintern mit passiven Strategien zu lösen.

Geeignete Maßnahmen müssen sich daher an den Ursachen- und Wirkungszusammenhängen von Beziehungsgewalt und an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierten und dürfen nicht „von oben herab“ verordnet werden; nur so können letztlich den Bedürfnissen angepasste Präventionsangebote entwickelt werden, die bei den Betroffenen ankommen und auch von ihnen genutzt werden.

„Der Weg zur Erkenntnis sich Hilfe zu holen, kann schön lang sein“ schreibt Rosalind B. Penfold, denn die Entscheidung für eine aktive oder passive Bewältigungsstrategie und damit die Entscheidung für die Richtung im Hilfesuchverhalten unterliegt Fragen wie: 

🔐 Was brauche ich jetzt, was brauche ich später? 
🔐 Wo kann ich die benötigte Hilfe bekommen?
🔐 Inwieweit werden Hilfsangebote auf mich eingehen? und 
🔐 Ist das Nutzen von Hilfsangeboten mit einem Risiko verbunden? (Leone et al. 2007: 436). 

In Bezug auf (Gewalt-)Prävention steht die Politik letzten Endes auch vor der Herausforderung, neben Frauen und Kindern auch finanziell in Hilfe und Unterstützung für Männer zu investieren. 

Es gibt kein Patentrezept, aber es wäre Aufgabe der Politik die Rahmenbedingungen zu schaffen, die für alle ein Leben ohne Gewalt fördern und das wären Schritte auf dem Weg zu einer gleichberechtigteren und gewaltfreieren Gesellschaft! 

LG Günther