29. Juni 2025

Blackout: Die Politik der Reparatur

Gestern habe ich unter dem Titel „Tarn- und Schutzmodus“ die fatalen und die Gesellschaft massiv schädigenden Entwicklungen durch Gewalt und Mobbing kurz angerissen, denn die österreichischen Bundesregierungen haben sich bis heute klar und deutlich zu einer Politik der Reparatur entschieden.

Konkret bedeutet das für von sexualisierter, patriarchaler oder erzieherischer Gewalt oder von Mobbing betroffene kleine wie große Österreicher:innen, dass ihnen erst dann geholfen wird, wenn sie den Mut haben, darüber zu reden oder eine Anzeige zu erstatten.

Wenn dieser Mut „fehlt“, beispielsweise weil …

🟣 ich massiv von Täter:innen oder Mobber:innen bedroht werde;
🟣 ich bisher vergeblich um Hilfe meines Umfelds ersucht habe; 
🟣 ich falsche Rat-Schläge erhalten habe;
🟣 es mir peinlich ist oder ich mich (mit-)schuldig fühle; 
🟣 weil ich durch Gewalt gelernt habe, mich angepasst zu verhalten;
🟣 weil ich schon an einem Stockholm-Syndrom oder Trauma leide;
🟣 weil ich schon ermordet bin oder
🟣 weil ich schon Suizid begangen habe …

… dann falle ich als Kind, Jugendlicher und Erwachsener schlichtweg durch den Rost und bleibe – wenn ich noch lebe – ein Leben lang psychisch, physisch, emotional und kognitiv betroffen und eine Weisheit lautet: „Einmal Opfer zu werden, bedeutet oft oder immer Opfer zu sein!“

Das heißt, obwohl bereits tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter Gewalt und Mobbing leiden, wird seitens der Politik weder etwas getan, um diese zukünftigen Entwicklungen zu verhindern, noch wird jenen geholfen, die aus den oben genannten Gründen als Opfer unsichtbar bleiben.

Diese Politik der Reparatur ist ein Blackout für unsere Zukunft, denn sie stärkt die Mobber:innen und Täter:innen und schwächt insbesondere Kinder, Jugendliche und Frauen als Opfer dieser unsichtbaren Gewalt oder des unsichtbaren Mobbings.

LG Günther