17. Juni 2025

(Gewalt)Prävention zwischen Kosten und Qualität

Förderungen für (Gewalt)Prävention und Extremismusbekämpfung wurden gekürzt oder gestrichen, das bedeutet für uns Steirer:innen nichts Gutes und meine Frage dazu lautet: „Wer hat bzw. wer konnte überhaupt diese Präventionsarbeit bewerten, denn dazu braucht es profunde Ausbildungen?“

Wenn aber ohne professionelle Bewertung bei Minderheiten Förderungen bei (Gewalt)Prävention reduziert oder überhaupt gestoppt werden, beginnt sich folgendes fatales Rad zu drehen:

a) (Gewalt)Prävention kann insbesondere für Minderheiten nicht mehr oder nur unzulänglich stattfinden;
b) Minderheiten spüren umso mehr die Stigmatisierung und die Ausgrenzung;
c) insbesondere Kinder und Jugendliche ziehen sich – als „Selbstethnisierung“ bezeichnet – umso mehr in die eigene Gruppe zurück;
d) die Unzufriedenheit innerhalb dieser Gruppe nimmt zu, der Gewalt, der Radikalisierung und dem Extremismus werden Tür und Tor geöffnet;
e) es gibt jetzt kaum mehr die Möglichkeit die Entwicklungen zu erkennen, weil alles im Untergrund stattfindet;
f) die Mehrheitsgesellschaft ist jetzt sehr wahrscheinlich mehr von Gewalt, Radikalisierung, Extremismus, Anschlägen … betroffen;
g) die Unzufriedenheit bei der Mehrheitsgesellschaft nimmt zu und
h) diese unbewusst oder bewusst „produzierte“ Unzufriedenheit, führt zu einer emotionalen Berührung oder Erschütterung, die die Menschen beeinflusst.

Wenn also schon Förderungen reduziert oder gestrichen werden, dann dürfen sich die Steirer:innen auch erwarten zu hören / zu lesen, wer das bewertet und vorgeschlagen hat. 

Ziel für die Zukunft muss ein unabhängiges „Netzwerk- und Kooperationsmanagement“ sein, indem nach einer Ist-Zustands-Analyse, nicht die Kosten, sondern Faktoren wie Output und Outcome als Qualitätskriterien für (Gewalt-)Prävention entscheiden.

LG Günther