8. Juni 2025
Manipulation?

Die letzten drei Monate musste ich zwischen Mobbing-Prävention und Radikalisierungs-Prävention switchen; und zwar in Mittelschulklassen, Gymnasiumsklassen und HTL-Klassen und die Themen waren das Zeichnen und Hineinschnitzen von Hakenkreuzen und das öffentliche Zeigen des Hitlergrußes.
Radikalisierung ist ein multifaktorielles Phänomen und ist ein individueller oder kollektiver Entwicklungsprozess, in dem sich ein Individuum zunehmend vom Werte- und Normensystem einer Gesellschaft distanziert und in dem sich Ausgrenzungs- und Abwertungshaltungen sowie Gewaltformen festigen (können).
Meiner jetzt auch bei diesem Themenkomplex beinahe zehnjährigen Erfahrungen bei Trainings mit Jugendlichen, Lehrlingen und Flüchtlingen, ist das Grundmotiv, das zu einem Radikalisierungsprozess führt, eine gefühlte oder reale Unzufriedenheit.
Dazu kommt, dass es offenbar in den Familien, im sozialen Umfeld, in der Gesellschaft und auch durch die Politik, keine oder kaum Rede- und Gesprächsangebote zu diesen individuellen Bedürfnissen der Jugendlichen gibt.
Das heißt in letzter Konsequenz, dass sich diese Zielgruppen bei ihren realen und virtuellen „Freunden“ Rat holen und das heißt: „Wenn ich sonst keine Antworten bekomme, suche ich mir diese bei einer „Gruppe“ und das führt zur Verengung des Blickwinkels und zur möglichen Radikalisierung!
Interessant für mich ist, dass wir parteipolitisch bei Radikalisierung immer von religiösem Extremismus, aber kaum von politischem Extremismus lesen und hören. Da es in Österreich keine mit bekannten veröffentlichte detaillierte Zahlen dazu gibt, habe ich mir die Zahlen von Deutschland angesehen und die sind für mich erschütternd.
Daher schließe ich nicht aus – es gilt natürlich die „Die Unschuldsvermutung“–, dass wir als Gesellschaft von Parteien manipuliert werden, um bei einer der nächsten Landtags- oder Nationsratswahlen „Wahlhelfer“ zu sein.
LG Günther