16. Juli 2025

Das mobbingfreie Aufwachsen der Kinder

Um Kindern ein mobbingfreies Aufwachsen zu ermöglichen und damit die Kinderseelen kein Pflaster brauchen, sind mehrere „Zutaten“ erforderlich.

  1. Emotional verfügbare Eltern, die sich ausreichend Zeit für ihre Kinder nehmen, damit kindliche Signale wahrnehmen, diese richtig interpretieren und angemessen reagieren. Eltern haben die Angewohnheit, wenn Themen wie Mobbing auftreten, sich aufzuregen, in den Kampfmodus zu gehen, einen Schuldigen zu finden und das öffentlich zu machen. Das hat vielfach zur Folge, dass die betroffenen Kinder noch mehr psychisch belastet werden und sich jetzt nicht mehr trauen, mit Eltern zu reden und – um sich doch irgendwie zu schützen – Anpassungs- und Vermeidungsstrategien als Bewältigungsstrategien erlernen; und ab jetzt ist das Verschweigen von Mobbing und das Schweigen der Kinder Realität.
  2. Schulleiter:innen und Pädagog:innen, die um die Themen Zwangskontext, phasenorientiertes Gewaltphänomen Mobbing (Test-, Konsolidierungs- und Manifestationsphase) und um gruppendynamische Prozesse Bescheid wissen und wirksame Mobbing- und Gewalt-Prävention zur Information, Aufklärung, Motivation, Ermutigung und den Schutz der Kinder fördern; aber bitte keine drei Stunden Workshops, denn die schädigen die Mobbing-Opfer, statt ihnen zu helfen. 
    Ein absolutes No-Go – um z.B. den Ruf der Schule zu „schützen“ – ist, nichts Sehen, Hören und Spüren und damit die Schule für die Kinder zu einem gefährlichen System zu machen.
  3. Politiker:innen, die die Bereitschaft haben, mittel- und langfristig systemische Mobbing- und Gewalt-Prävention und -Intervention – wie das „Achtung-Mobbing!-Training samt Ausbildung von Trainer:innen (am 18.8.2025 startet die kommende dreitägige Ausbildung) – finanziell und ideell zu fördern und dauerhaft in den Schulen ihres Verantwortungsbereichs zu implementieren. 

Diese „Zutaten“ würden als Verantwortliche ein mobbingfreies Aufwachsen der Kinder unterstützen. Heute ende ich mit einem Zitat von Alan Turing (britischer Mathematiker): Wir können nur eine kurze Distanz in die Zukunft blicken, aber dort können wir eine Menge sehen, was getan werden muss.“

LG Günther