30. Juli 2025
Die stille Revolution

Bei meinen Mobbing-Präventions-Tagen fragen mich Eltern sehr häufig: „Warum Hr. Ebenschweiger, hat mir / uns unsere Tochter, unser Sohn, nichts vom Leiden in der Schulklasse erzählt?“
Einer meiner Tipps ist, sich regelmäßig zusammenzusetzen und selbst zu erzählen, wie es mir als Eltern ergangen ist, welche Wünsche ich gehabt hätte, ob ich überfordert gewesen bin, uam, um dann die Kinder zu bitten, auch von sich zu erzählen. Ich sage den Eltern aber auch, dass sie keine „Schmähparade“ erzählen dürfen, denn ihre Kinder würden das sofort hören, sehen und spüren.
Was ist aber auch bei vielen Österreicher:innen feststelle, ist ein klarer Trend zu mehr „Unzufriedenheit“, die genährt wird von Themen wie „Ich fühle mich ungerecht behandelt“, „DIE machen ja sowieso was sie wollen – z.B., dass sich die Politiker:innen ohne mit der Wimper zu zucken, rot zu werden oder sich zu schämen, für die vergangenen Wahlkämpfe 100 Millionen Euro und mehr genehmigt haben“.
Aber auch der aufgeblähte und kostenintensive Regierungsapparat, die nach wie vor hohe Inflation, die mehrjährige Rezession, die zunehmende Arbeitslosigkeit und das damit einhergehende Gefühl der Ungerechtigkeit sind Themen. Über diese innere Radikalisierung entsteht eine stille Revolution. Es wird in Österreich keinen Sturm auf die Bastille geben, dazu sind die Österreicher:innen NOCH viel zu leidensfähig und nach dem Motto „Schau ma mal“ auch NOCH zu bequem.
Sie versuchen aber, dieser Hilflosigkeit zu entkommen, indem sie das vom Staat in Anspruch nehmen, was sie glauben, dass ihnen das zusteht und indem sie ANDERS wählen, weil sie sich dadurch mehr Gerechtigkeit, mehr Mitsprache, mehr Transparenz, vor allem mehr politische Vorbilder und weniger „Schmähparaden“ erhoffen.
Durch diese stille Revolution wird diese Hoffnung aber erst Realität werden, wenn die Österreicher:innen in ihrer täglichen Realität merken, dass die Parteien und die Politik die Wünsche des Volkes in den Vordergrund stellen. Dieses aktive Bekenntnis nach dem Motto: „Vom Reden ins Tun kommen, zum Vorbild werden und Hoffnung geben“, sehe ich aktuell allerdings NOCH nicht; doch wie heißt es: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“
LG Günther