27. Juli 2025

Die unerträgliche Opferperspektive

Diese Woche wurde medial erneut über einen Mobbingfall berichtet bei dem sich die Mobberin mit den Worten „Es war nur Spaß“ rechtfertigte und das Opfer jetzt die Schule wechselt; richtiger gesagt: wechseln muss!

Auf Grund der Wissensdefizite von Schulleiter:innen, Pädagog:innen und der Eltern folgen Handlungen, die aus der Opferperspektive unerträglich sind und auch die Opfer schädigen, während bei den Mobber:innen ein Gefühl der Unantastbarkeit entsteht und sie wissen, dass sie sich in der Schule in einem „geschützten Raum“ befinden und ihre brutalen Mobbingaktivitäten weiterentwickeln und entfalten können.

Diese manipulative Überlegenheit erlernen Mobber:innen schon im Kindergarten, weil sie dadurch ihre Selbstwirksamkeit und ihr entstandenes Territorium schützen und aufrechterhalten, während die betroffenen Kinder immer mehr in Hilflosigkeit versinken und selbst versuchen, sich mit Anpassungs- und Vermeidungsstrategien so gut es geht zu schützen.

Ein Klassen- oder Schulwechsel ist für Eltern oft der Weg, um die Tochter oder den Sohn aus diesem mobbingbeherrschenden gruppendynamischen Prozess zu bringen. Für Schulleiter:innen und Pädagog:innen oft der Weg, um einem unangenehmen Thema auszuweichen. 

Beide Ansätze haben unterschiedliche Zugänge, sind aber keine Lösungen für das Kind und auch nicht für die Klasse (Mobber:innen suchen sich sofort ein neues Opfer), sondern führen nur zur Verlagerung des Themas; auf der Strecke bleiben die betroffenen jungen Menschen und die Klasse.

Ich würde mir wünschen und wäre auch gerne bereit, Journalist:innen und Redakteur:innen zum Thema Mobbing zu „schulen“, damit zum schlichtweg beschreibenden Artikel, medial auch wirksame Lösungsansätze – und nicht nur Telefonnummern – vermittelt werden.

Am Freitag, den 5. September gibt es von mir online und kostenlos drei Mal für zwei Stunden für Eltern die „Eltern-Mobbing-Prävention“ mit Inputs und der Möglichkeit direkt und konkret Fragen stellen zu können! Bei Interesse bitte beim Newsletter – www.aktivpraeventiv.at/newsletter – anmelden!

LG Günther