19. Juli 2025
Irgendwo, irgendwann und irgendwie?

Unter welchen Bedingungen können Begegnungsprojekte gut gelingen? Um entsprechende Formate professionell gestalten zu können, fasst der neue kurze „Leitfaden für zivilgesellschaftliche Organisationen zur Ausgestaltung von Begegnungsprojekten“ der Stiftung Mercator konkrete Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung zusammen.
Gelungene Begegnung braucht Akteur:innen, die wissen, welche Formate, Orte und Botschaften die richtige Zielgruppe erreichen und bei ihr wirken. Tagein, tagaus begegnen sich Menschen immer wieder „einfach so“, stehen an derselben Supermarktkasse, ziehen hintereinander ein Parkticket, sitzen im Kino nebeneinander. Begegnungen bauen aber nur dann Vorurteile ab und stärken Zusammenhalt und Demokratie, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Etwa 30 Prozent der Deutschen (und ich vermute auch der Österreicher:innen) sind sowohl sozial als auch politisch weniger eingebunden als der Rest der Bevölkerung und zeigen ein hohes Maß an gesellschaftlicher Desorientierung.
Diese Menschen zeichnen sich besonders durch drei Merkmale aus:
- Gesellschaftliche Entfremdung: Sie fühlen sich häufiger einsam und weniger wertgeschätzt. Ihr Sozialvertrauen ist insgesamt niedriger.
- Politische Heimatlosigkeit: Sie fühlen sich von der Politik weniger gehört, was zu politischer Apathie oder Nichtwählen führen kann.
- Niedrige Selbstwirksamkeit: Sie haben weniger das Gefühl, Kontrolle über das eigene Leben zu haben. Die Wahrnehmung der eigenen Handlungsmacht ist stärker eingeschränkt.
Dieses „Unsichtbare Drittel“ ist für zivilgesellschaftliche Akteur:innen besonders herausfordernd zu erreichen. Um die Menschen besser in den gesellschaftlichen Diskurs einzubinden, ist es wichtig, Begegnungsformate so zu gestalten, dass auch ihre Bedürfnisse und Lebensrealitäten berücksichtigt werden.
Leitfaden: https://www.stiftung-mercator.de/content/uploads/2025/04/Leitfaden_Kriterien_Begegnungsformate.pdf
LG Günther