6. August 2025

Du fühlst nichts mehr oder zu viel auf einmal!

Eltern haben mich bereits mehrfach auf die Grazer Amoktat angesprochen und die Frage gestellt, wie sie denn ein Trauma bzw. eine Posttraumatische Belastungsstörung bei ihrer Tochter bzw. dem Sohn erkennen können.

Damit – um einen Spruch zu gebrauchen – Jugendliche nicht ins offene Messer laufen, bitte ich Eltern, Kinder und Jugendliche, drei Anzeichen, aus denen sich die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) definiert, zu beachten.

Ein Anzeichen ist ein Vermeidungsverhalten, also das Umgehen von Situationen, die an ein traumatisierendes Ereignis erinnern; 
ein weiteres Anzeichen ist eine auftretende Übererregung, die sich etwa in Angst- und Panikattacken, Schreckhaftigkeit und erhöhter Reizbarkeit äußert und zu Schlafstörungen und Alpträumen führen kann; und
ein weiteres Anzeichen sind Flashbacks, also das spontane, ungefilterte Erinnern und Wiedererleben des Ereignisses. 

Typische Symptome bei Kindern & Jugendlichen sind daher:

🔴 Wiedererleben (Flashbacks, Albträume)
🔴 Vermeidung (z. B. Orte, Gespräche, Gedanken meiden)
🔴 Übererregung (Reizbarkeit, Schlafprobleme, Schreckhaftigkeit)
🔴 Rückzug, emotionale Taubheit, Schuldgefühle
🔴 Leistungsabfall in Schule oder sozialer Rückzug

Das „gemeine“ an der PTBS ist, dass niemand weiß, ob ich davon und in welcher Schwere ich davon betroffen sein werde, weil dies Störungen oft erst nach Jahren auftreten! Wenn Symptome länger als vier Wochen anhalten oder den Alltag stark einschränken, sollte unbedingt professionelle Hilfe gesucht werden.

Daher ersuche ich Dich, diese Information auf deinen Plattformen zu (ver-)teilen, damit Eltern – auch wenn ihre Kinder sagen „Mir fehlt ja nichts!“ motiviert und ermutigt sind, sich gemeinsam Hilfe zu holen.

LG Günther