13. August 2025
Ein Skandal: Kein Wort über die jugendlichen Gewaltopfer

Es ist nicht nur traurig, es ist schlichtweg ein Skandal, dass sich aktuell Bildungsminister Christoph Wiederkehr, MA, öffentlichkeitswirksam den jugendlichen Gewalttätern widmet, die vielen Gewaltopfer dieser Täter, aber keines Wortes würdigt.
Das gleiche Thema haben wir auch in der Steiermark, wo ebenfalls jugendliche Gewalttäter, die suspendiert werden, eine begleitende pädagogische bzw. psychologische Unterstützung von wenigen Stunden erhalten – als ob das nach zehn bis fünfzehn Jahren persönlicher „Gewalt-Entwicklung“ durch eigene Gewalterfahrungen, emotionaler Vernachlässigung uam. reichen würde – während die vielen Opfer dieser Gewalt leer ausgehen.
Ich habe in meinen 40 Jahren, in denen ich mich mit Gewaltprävention beschäftige, mit vielen europäischen Expert:innen zusammengearbeitet; so zum Beispiel mit dem Kinder- und Jugendfacharzt Dr. Jürgen Schmetz aus Hamburg. Wir haben uns jährlich getroffen und er war auch Referent beim Präventionskongress mit seinem Thema „Prävention ab Nabelschnur“.
Bei einem persönlichen Besuch in Hamburg hat er mir über seine jahrelangen Erfahrungen berichtet und einige seiner Fälle vorgestellt. Auffällig für mich war, dass seine jugendlichen „Patienten“ im Alter ab zehn Jahren, allesamt männlich waren und die Eltern vorwiegend aus Mamas bestanden haben, weil die Ehemänner sie offenbar auf Grund der Herausforderungen mit den Söhnen verlassen hatten.
In einem solchen Moment habe ich Dr. Schmetz einmal gefragt: „Hr. Dr. Schmetz, wie lange braucht es, bis sie die sich langjährig entwickelten Defizite, die letztendlich zu diesen „Gewaltkarrieren“ geführt haben, „behandelt“ haben. Seine Antwort war: „Hr. Ebenschweiger, rechnen Sie bis zu eineinhalb Jahren!“
Österreichs Politik schafft das öffentlichkeitswirksam in zehn bis zwanzig Stunden, während Kinder und Jugendliche als Gewaltopfer daraus lernen: „Ich sage besser nichts mehr, denn ich bekomme sowieso keine Hilfe!“
LG Günther