17. August 2025
In der Nacht kann ich kaum schlafen

Ich habe gestern unter dem Titel „Grausamer Blödsinn“ über ein Mädchen in einer Volksschule geschrieben. Bevor wir morgen Montag unser praecon-Netzwerk mit dem 1. Netzwerktreffen und von Dienstag bis Donnerstag mit der 1. „Achtung-Mobbing!“-Trainer:innen-Ausbildung in Graz starten; bringe ich heute noch ein Feedback von Sebastian (Name geändert) mit und ich würde mir so sehr wünschen, dass es solche Zeilen in Zukunft nicht mehr gibt:
Sebastian schreibt: „Ihr Training fand ich wirklich gut. Aber als wir über die Mobbingfolgen sprachen, wurde es für mich persönlich, denn ich wurde schon in der 1. Volksschulklasse bis zur 2. Klasse Gymnasium gemobbt. Das Video, das Sie uns gezeigt haben, zeigt, wie es mir erging. Das Mobbing im echten Leben hat allerdings das Video getoppt und online werde ich noch immer beleidigt und fertig gemacht.
In der Nacht kann ich kaum schlafen, ich liege oft bis in der Früh wach im Bett und habe furchtbare Gedanken, auch über Selbstmord. Ich weiß nicht, warum ich von Zeit zu Zeit die Gedanken habe, dass es besser wäre, wenn ich einfach weg wäre.
Aber ich möchte meine Eltern, meine Freunde und auch die Lehrer:innen nicht traurig machen. Ich wünsche mir so sehr, dass diese Gedanken weg gehen, die ich seit vielen Monaten habe. Es ist für mich sehr stressig und mein Kopf ist leider voll von diesen Gedanken. Hier schreibe ich Ihnen mein Mail und bitte mir zu helfen! LG Sebastian“
Ich habe das Mobbing in dieser 2. Klasse Gymnasium beendet und Sebastian über die Schulleiterin, die Klassenlehrerin und über die Schulpsychologie geholfen und trotzdem fühle ich mich unwohl, weil wir viel zu spät gekommen sind.
Um zukünftig rechtzeitig(er) dazu sein und um solche Lebensentwicklungen zu verhindern und Kinder vor Mobbing und Gewalt zu schützen, müssen wir gemeinsam neue Wege beschreiten; und das haben wir mit diesem neuen Netzwerk und neuen Trainer:innen vor.
LG Günther