7. August 2025

Politik opfert Frauen und Kinder!

Die Zahl der Opfer patriarchaler (häuslicher) Gewalt hat in Deutschland ein neues Allzeithoch erreicht. Statistisch betrachtet werden etwa alle zwei Minuten vorwiegend Frauen misshandelt. Der Anstieg dieses massiven Gewaltphänomens lag gegenüber 2023 bei rund 3,7 Prozent; seit 2020 nahm diese Gewalt um fast 14 Prozent zu.

Ich gehe davon aus, dass diese Zunahme auch auf Österreich zutrifft. Von dieser Gewalt, dem Leid und den psychischen, physischen, kognitiven und emotionalen Schädigungen sind unmittelbar Frauen und – weil sie diese Gewalt sehen, hören und spüren – Kinder zu 100 Prozent mittelbar betroffen.

Die Politik hat seit Jahrzehnten zwar einen wichtigen, aber nur den 1. Schritt gesetzt, der Frauen erst hilft, wenn sie und Kinder schon Opfer sind! Der 2. Schritt – die (Gewalt-)Prävention –, der eigentlich als Schritt Nr. 1 hätte erfolgen sollen, um im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes Gewalt generell zu reduzieren und zu verhindern, fehlt bis heute; und das heißt: 

1. Du musst erst Opfer werden, damit dir wer hilft. 

Das heißt beispielsweise Opfer werden …
von sexualisierter Gewalt – von sexuellem Missbrauch, sexueller Belästigung; 
von patriarchaler Gewalt – nach wie vor ist auch der Schutz der Kinder absolut unzureichend; 
von erzieherischer Gewalt – Kinder erzählen mir von den Ohrfeigen, die sie bekommen und
von (Cyber-)Mobbing – hier ist die Opferzahl mittlerweile auf bis zu 15% gestiegen und

2. Du musst dich als Opfer „zeigen“.

Auch hier nimmt die Politik überhaupt keine Rücksicht auf Täter-Drohungen, auf das Schamgefühl, auf die Angst, „Wer die Wahrheit benennt, ist schuldig ist“, auf das fehlende niederschwellige Angebot und auf die unterschiedlichen Bewältigungsstrategien betroffener Frauen und Kinder. 

Solange du dich nicht durch eine Anzeige „zeigst“, solange bist du kein Opfer im Sinne des politischen Verständnisses. Die Politik, die seit Jahrzehnten ohne rot zu werden und ohne sich zu schämen, Frauen und Kinder der Gewalt opfert, sollte zur Kenntnis nehmen, dass sie mit diesem einseitigen Weg gescheitert ist und sie sollte sich zumindest ab jetzt, energisch für (Gewalt-)Prävention zum Schutz der Frauen und Kinder einsetzen.

LG Günther