28. Oktober 2025

Mobbing: Die Hoffnung der Kinder?

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich das Verhalten der Politiker:innen drastisch verschlechtert. Als ich noch in den 90er Jahren Landes- und Bundespolitiker:innen um Unterstützung angeschrieben habe, bekam ich noch persönlich einen Termin. 

In weiteren Jahren nur mehr, wenn die Presse dabei war und es ein Foto oder einen Beitrag gab. Ab dann meldeten sich Hofräte und Ministerialräte und seit Jahren bekomme ich auf Schreiben zum Schutz von Kindern vor Mobbing und Gewalt vorwiegend nur mehr anonyme Antworten des Bürgerservices.

Das zeigt in meinem Fall, dass die Politik für den Kinderschutz und hier ganz besonders für das Thema Mobbing, wenig Interesse an Lösungen für die Kinder zeigt und lässt mit dieser beschämenden und negierenden Haltung tausende Kinder als Mobbing-Opfer im Stich.

Ich appelliere daher neuerlich an Politiker:innen Mobbing ernst(er) zu nehmen, weil es kein individuelles Thema eines Kindes, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, weil es Kindergärten, Schulen und auch massiv den digitalen Raum betrifft. 

Laut Studien leiden bereits Kinder häufig an Depressionen, Angststörungen oder psychosomatischen Beschwerden. In Schulen mindert Mobbing Lernleistungen und gefährdet den Bildungserfolg und trotzdem stellen sich Politiker:innen taub, während sie wie bei einer kaputten Schallplatte wiederholen, wiederholen und wiederholen, alles im Griff zu haben.

Hinter jedem einzelnen Mobbingfall steht ein massiv seelisch betroffenes Kind, das sich zurückzieht, verstummt oder daran zerbricht und: Mobbing zerstört zusätzlich das Vertrauen in Menschen, Institutionen, Gesellschaft und in die Demokratie.

Meine neuerliche Bitte an die Politiker:innen ist: Kinder, auch wenn sie keine Wähler:innen sind, haben das Recht auf eine respektvolle, aktive, ressortübergreifende und verantwortungsvolle Unterstützung, um gewalt- und mobbingfrei Aufwachsen zu dürfen.

LG Günther