25. Oktober 2025

Mobbing: Wenn Kinder keine Hilfe finden

Das Erkennen, die Bearbeitung und das Lösen des komplexen gruppendynamischen und phasenorientierten Gewaltphänomens Mobbing ist aufwendig, braucht theoretische Fundierung, praktische Erfahrung und eine Persönlichkeit als Trainer:in, die:der Vertrauen vermittelt, die Ruhe ausstrahlt und der:dem Lösungskompetenz zugeschrieben wird.

Um das Aufzuzeigen, habe ich Zeilen eines Jugendlichen mitgebracht, die er mir vor kurzem geschrieben hat und über die er noch mit niemandem gesprochen hat. Durch mein zweitägiges Training hat er Vertrauen zu mir aufgebaut und folgendes geschrieben: „Das, was ich ansprechen will, ist aber nicht dringend!“ und weiter: „Ich weiß, es ist nichts Tragisches, allerdings kamen mir immer mehr Suizidgedanken und ich habe es ein paar Mal versucht!“

In der täglichen Realität ist das kein Einzelfall und auf die Frage: „Warum hast du noch niemand davon erzählt?“ kommen regelmäßig Antworten die zeigen, dass das soziale Umfeld – Eltern und (Elementar-)Pädagog:innen – aus Unwissenheit das Thema Mobbing nicht ernst genug nehmen und dann wird es für die Mobbing-Opfer noch schlimmer wird.

Ein weiteres Beispiel: Iris wird in der Volksschule „gemobbt“, sie wird ausgeschlossen und als fett beleidigt, ihr werden Sachen weggenommen oder kaputt gemacht, ihr Vorname wird verdreht, uvm. Sie sagt das der Lehrerin, die sie auch fragt, wer denn das macht, und Iris sagt die Namen. Ihre Klassenlehrerin geht jetzt mit diesem Wissen in die Klasse und „diskutiert“ mit den Mobber:innen das Thema und zerstört so die Souveränität von Iris.

Während die Mobber:innen mit vielen Rechtfertigungsstrategien auf Spaß plädieren, als Gruppe die Tatsachen verdrehen oder Iris auch eine Mitschuld an der Situation geben, traut sich Iris und die Klasse aus Angst mehr oder neu Opfer zu werden, nicht offen darüber zu reden. 

Um noch mehr aufzuklären, zu motivieren und zu ermutigen und um noch mehr Kinder zu schützen, wird es im November/Dezember neuerlich kostenlose Online-Beratungen für Eltern und Pädagog:innen geben.

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LG Günther