16. November 2025

Die Bärenhaltung

Genug „gesempert“, machen wir uns wieder an die präventive Arbeit, um Kinder vor Gewalt und Mobbing zu schützen und dazu dient durchaus auch die „Bärenhaltung“.

Mobbing und Gewalt passieren ja kaum im Unterricht, sondern in den Pausen, am Gang, im WC, in den großen Pausen, vor und nach der Schule, am Schulweg und natürlich altersabhängig in sozialen Medien und diese Formen des Schikanierens erfolgen zumeist still und unsichtbar.

Still und unsichtbar deshalb, weil die Störer:innen, Mobber:innen und Gewalttäter:innen ein „Geschick“ bei sozial-manipulativem Verhalten zeigen; und das bereits ab dem Kindergarten. Daher ist es für betroffene Kinder wichtig, diese „stille“ und unsichtbare Gewalt hör- und sichtbar zu machen und dafür trainieren wir die Bärenhaltung.

Wenn wir auf das Thema „Petzen“ und „Hilfe holen“ kommen, dann erkläre ich zuerst was „Petzen“ und „Hilfe holen“ ist und unterscheidet, und dass aber auch alle Kinder und Jugendliche für sich selbst und andere Hilfe holen dürfen und in diesem Zusammenhang auch die Bärenhaltung. 

Das heißt, wenn mich jemand beleidigt, auslacht, schupft, beschimpft, hänselt, lächerlich macht, kritisiert, droht, einschüchtert oder sich über mich lustig macht – oder es beabsichtigt – dann stelle ich mich aufrecht hin, die Beine etwas auseinander, versuche – um mich größer zu machen und aufrecht zu stehen – die Schultern nach hinten zu bewegen, die Arme seitlich etwas weg- und durchzustrecken und die Handflächen nach vorne zu drehen.

In dieser Position – die kann ich gut zuhause vor dem Spiegel lernen – sage ich beispielsweise laut (schreie) „Stopp“, „Geh weg“, „Lass mich in Ruhe“, „Höre auf mich zu beleidigen“ … Durch dieses laut ausgesprochene Wort oder den Satz schaffe ich „Soziale Kontrolle“, das heißt, es werden ziemlich sicher, Schüler:innen, Pädagog:innen, Eltern, der Buschauffeur und andere Erwachsene aufmerksam und Mobbing- und Gewalthandlungen können nicht mehr so leicht unsichtbar und still stattfinden.

Diese Bärenhaltung sollten Eltern zuhause und Pädagog:innen in der Klasse üben, weil einige Kinder kichern dazu statt ernst zu sein, manche finden das peinlich und andere wiederum, haben noch nicht gelernt laut zu sein!

LG Günther