17. November 2025

Ich würde mir wünschen? Geschichten, die man nicht vergisst!

Bei einem meiner präventiven Einsätze in der Volksschule erzählte mir eine Direktorin folgende Geschichte: „Mir ist in den Pausen ein Bub aufgefallen, der immer allein im Flur stand. Ich habe ihn gefragt, was er sich wünschen würde? Er hat geantwortet, er wäre gerne ein Zauberer und darauf habe ich ihn gefragt, warum er gerne ein Zauberer wäre? Der Bub hat geantwortet: „Ich wäre gerne ein Zauberer, denn dann würde ich mir wünschen, dass meine Eltern mehr Zeit für mich hätten!“

Ich würde mir wünschen, dass es in Österreich Politiker:innen gibt, die für ein gewaltfreies Aufwachsen mit emotional verfügbaren Eltern und ein mobbingfreies Leben der Kinder und Jugendlichen eintreten, dass es solche Zeilen der Direktorin und solche, wie sie mir Sebastian (Name geändert) geschrieben hat, in Zukunft nicht mehr gibt; er schrieb:

„Ihren Workshop fand ich wirklich gut. Aber wenn wir über die Mobbingfolgen wie Ritzen oder Selbstmordgedanken sprachen, wurde es für mich persönlich. Ich wurde schon in der 1. Volksschulklasse bis zur 2. Klasse Gymnasium gemobbt. 

Das Video, das Sie uns gezeigt haben, zeigt, wie er mir erging. Das Mobbing im echten Leben hat allerdings das Video getoppt und online werde ich noch immer beleidigt und fertig gemacht.

In der Nacht kann ich kaum schlafen, ich liege oft bis in der Früh wach im Bett und habe furchtbare Gedanken, auch über Selbstmord. Ich weiß nicht, warum ich von Zeit zu Zeit die Gedanken habe, dass es besser wäre, wenn ich einfach weg wäre. 

Aber ich möchte meine Eltern, meine Freunde und auch die Lehrer:innen nicht traurig machen. Ich wünsche mir so sehr, dass diese Gedanken weg gehen, die ich seit vielen Monaten habe. Es ist für mich sehr stressig und mein Kopf ist leider voll von diesen Gedanken.

Hier schreibe ich Ihnen mein Mail und bitte mir zu helfen! LG Sebastian“

LG Günther; und ich habe Sebastian geholfen!