13. November 2025
Täglich derselbe Raum, täglich dieselbe Angst!

Mobbing gehört zu den ernstzunehmendsten Herausforderungen an Schulen – und besonders der Zwangskontext „Klasse“ trägt dazu bei, dass betroffene Schüler:innen große Angst entwickeln. Wer in einer Klasse gemobbt wird, kann sich dem nicht entziehen und die Betroffenen begegnen ihren Mobber:innen jeden Tag wieder und wieder und wieder, ohne Rückzugsmöglichkeit und diese fehlende Fluchtoption verschärft das Erleben von Bedrohung und Hilflosigkeit massiv.
Werden Kinder oder Jugendliche in der Klassengemeinschaft gemobbt, verlieren sie nicht nur soziale Kontakte – sie geraten in eine existenzielle Krise. Die Angst, „der oder die Nächste“ zu sein, führt gleichzeitig dazu, dass Mitläufer:innen schweigen, wegsehen oder sich selbst anpassen, um nicht zum Ziel zu werden.
Mobbing ist daher kein Werk einer Einzelperson, es ist ein Gruppenphänomen, das sich Schritt für Schritt verfestigt – bis alle Rollen klar verteilt sind: Mobber:innen, Mitläufer:innen, die Opfer und eine schweigende Mehrheit.
In Klassenstrukturen als Zwangsstrukturen, in denen Kinder über Jahre zusammenbleiben, manifestieren sich solche Rollen – leider schon ab dem Kindergarten – besonders schnell und für die Betroffenen bedeutet das nicht nur tägliche Angst, sondern auch langfristige Schäden für Selbstwert, Lernmotivation und psychische Gesundheit.
Gleichzeitig fürchten auch Mitschüler:innen, selbst zum Ziel zu werden und daher schauen viele weg, weil sie wissen: Wenn ich etwas sage, bin ich die oder der Nächste. Daher appelliere ich erneut an die Politik: Mobbing-Prävention, konsequentes Eingreifen und klare pädagogische Leitlinien sind unerlässlich.
Wir brauchen endlich und schon seit langem an allen Schulen eine Kultur, die klar macht: Niemand bleibt allein und niemand wird übersehen, denn nur dann können Schüler:innen darauf vertrauen, dass sie im Klassenzimmer wirklich sicher sind.
LG Günther