3. November 2025

Warum Kinder mobben – und was Eltern daraus lernen sollen

Wenn es so viele Kinder als Betroffene von Mobbing gibt, muss es auch dementsprechend viele Mobber:innen geben und da stellen sich für mich zwei Fragen: „Warum gibt es so viele Kinder, die mobben?“ und „Wie kann man auch diesen Mobber:innen helfen?“, denn ich halte mich an das Zitat von Alfred Adler: „Kinder die Schwierigkeiten machen, haben solche!“

Das heißt, wir müssen verstehen lernen, warum Kinder mobben, um verstehen zu lernen, warum Mobbing so ein massives Gewaltphänomen geworden ist und wie wir dadurch Mobber:innen und -Opfer besser schützen können, denn: „Wie wir heute mit Kindern umgehen, entscheidet, wie unsere Gesellschaft morgen aussieht.“

Wenn Kinder andere ausschließen, beleidigen oder klein machen, steckt oft ein ungelöstes psychisches Grundbedürfnis dahinter: 1. Bindung – das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Nähe, Vertrauen; 2. Selbstwertschutz und -steigerung – das Bedürfnis, sich angenommen und kompetent zu fühlen; 3. Orientierung und Kontrolle – das Bedürfnis, die Umwelt einschätzen und beeinflussen zu können und 4. Lustgewinn und Unlustvermeidung – das Bedürfnis nach Freude, Sicherheit und dem Vermeiden von Schmerz.

Kinder lernen, wie man mit Macht, Ärger und Unterschieden umgeht, vor allem von den Eltern. Sie beobachten, wie sie über andere reden, wie sie Konflikte austragen, wie sie mit Schwäche und Fehlern umgehen und wenn sie Mitgefühl, Respekt und Haltung vorleben, lernen Kinder, dass Stärke nichts mit Verletzen zu tun hat.

Jedes Kind, das mobbt, braucht Grenzen und es braucht Hilfe, um wieder fühlen zu lernen, was es anderen antut. Gemeinsam können wir mit Eltern dafür sorgen, dass Kinder nicht aus Angst stark sein müssen – sondern aus Vertrauen.

Verstehen heißt nicht entschuldigen und auch nicht akzeptieren, aber wenn wir verstehen, warum ein Kind mobbt, verharmlosen wir das Verhalten nicht; wir öffnen nur den Weg zur Veränderung, denn Mobber:innen brauchen Grenzen, Hilfe und ein Gegenüber, das hinsieht und ihm zeigt, wie man anders stark sein kann!

LG Günther