14. Dezember 2025

Der Hilferuf vor Weihnachten

Am kommenden Mittwoch wollte ich mein letztes Training absolvieren und mich dann dem Nach- und Aufarbeiten und dann der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest widmen; doch dann kann am Freitagabend dieser Hilferuf: 

„Lieber Herr Ebenschweiger, ich bin Direktorin eines Gymnasiums. Am vorigen Wochenende bekam ein Schüler eine Angstattacke und erzählte seinen Eltern, dass ein Mädchen aus seiner Klasse und er seit vier Jahren brutal gemobbt werden. 

Die Eltern kamen am Montag zu mir, allerdings war kein „normales“ Gespräch möglich, weil es ihnen nur um Schuld, Sühne und Strafe ging und sie drohten mir mit dem Rechtsanwalt. Ich kontaktierte die Eltern der angeblichen Mobber:innen und in einem Gespräch sagten sie mir, dass es durchaus sein könne, dass ihre Kinder beleidigen, demütigen und mobben, aber das sei der pubertären Entwicklung geschuldet. Ich bin sprach- und hilflos und mit meinem „Latein“ am Ende; bitte helfen Sie uns!“

Weil ich weiß, dass keine Schule in Österreich über ein Budget für eine zweitägige systemische Mobbing-Prävention- und -Intervention verfügt, bot ich aus zwei konkreten Gründen bereits im ersten Gespräch der Direktorin meine kostenlose Hilfe an, denn wenn es uns gemeinsam gelingt, Mobbing konsequent zu unterbrechen, verhindern wir nicht nur Gewalt – sondern schützen Leben insbesondere in der Weihnachtszeit, die emotional zusätzlich belastet.

🆘 Grund 1: Jugendliche, die über vier Jahre hinweg massiv gemobbt werden, befinden sich häufig in einer hochbelasteten psychischen Situation, sie leben häufig in einem Zustand aus Angst, Selbstzweifeln, emotionalem Schmerz und sozialem Rückzug und auf Grund der chronischen Hoffnungs- und Hilflosigkeit besteht leider auch ein reales erhöhtes Suizidrisiko.

🆘 Grund 2: Ich möchte mich von Politiker:innen abgrenzen, die politisch verantwortungslos im Kinderschutz, strukturell unterlassend, präventionsverweigernd, verantwortungsdelegierend und mitverursachend für das immense Leid von Kindern agieren und durch das Ignorieren systemischer Mobbingprävention, für die absehbaren Langzeitfolgen für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (mit-)verantwortlich sind.

LG Günther