25. Januar 2026

Auch im Kindergarten: Mobbing beginnt leise!

Bereits im Elementarbereich zeigen sich erste Formen von Ausgrenzung, Machtungleichgewicht und gezieltem Ausschließen, weil mir Kinder bereits in den 1. und 2. Volksschulklassen von „Mobbing“ in der Kindergartengruppe erzählen, und sie erzählen mir auch, dass Erwachsene ihnen nicht wirklich geholfen haben. Da Kinder in diesem Alter ihre Erlebnisse und diese Prozesse noch nicht klar benennen können, kommt der aufmerksamen Beobachtung durch Elementarpädagog:innen und Eltern eine zentrale Bedeutung zu.

Ein wichtiges Warnsignal sind Veränderungen im Verhalten einzelner Kinder. Zieht sich ein Kind plötzlich zurück, wirkt häufig traurig, ängstlich oder angespannt oder klagt wiederholt über Bauch- oder Kopfweh ohne erkennbare Ursache, sollten Pädagog:innen und Eltern aufmerksam werden. 

Wichtig wäre, sich Zeit für das Kind zu nehmen und über eine Tagesepisode hinweg, die Frage zu stellen: „Passiert das schon länger, passiert es oft und wer ist daran beteiligt?“ und wenn dann ein „JA“ kommt, nicht in den Kampfmodus zu gehen, keine Schuldigen, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Wenn Kinder wiederholt und über einen längeren Zeitraum vom Spiel ausgeschlossen, ignoriert und durch andere dominiert werden, abwertende Bemerkungen über für sie gemacht werden, gemeinsames Lachen auf Kosten eines Kindes vorkommt, feste Rollen innerhalb der Gruppe geschaffen werden und es zu einem Machtungleichgewicht innerhalb des Zwangskontextes Kindergartengruppe kommt, liegt Mobbing vor. 

Ein wirksamer Schutz vor Mobbing gelingt besonders dann, wenn Elementarpädagog:innen und Eltern eng zusammenarbeiten, denn eine offene, wertschätzende Kommunikation ermöglicht es, Beobachtungen aus dem pädagogischen Alltag und dem familiären Umfeld zusammenzuführen. 

Wenn Pädagog:innen und Eltern ähnliche Haltungen vorleben und konsequent reagieren, erfahren Kinder Sicherheit und Orientierung. Frühzeitiges gemeinsames Hinschauen und Handeln schaffen einen Schutzraum, in dem Mobbingansätze frühzeitig erkannt, thematisiert und Mobbing wirksam verhindert werden kann.

LG Günther