16. Januar 2026
Autopilot für Autos, Leerlauf für Empathie!

Diese Woche konnte ich in den Medien lesen, dass noch dieses Jahr auch in Österreich das 1. „Selbstfahrende Auto“ zu sehen sein wird und damit wird auch „zu sehen sein“, wie österreichische Politiker:innen auf der einen Seite Geld – zumindest für mich – verschwenden, während täglich Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagog:innen und viele andere mehr, mit ihren persönlichen und menschlichen Anliegen auf der Strecke bleiben.
Mir ist bewusst. dass die Politik Projekte mit Glanz, Zukunftstechnologie, Leuchttürme und „Innovation“ liebt und daher ist bei selbstfahrenden Autos Geld da, das sichtbar auch medial vermarktet wird, während Geld für Gewalt- und Suizid-Prävention und niedrigschwelliger Hilfe für Menschen in existenziellen Krisen fehlt.
Während für selbstfahrende Autos präzise Förderungen existieren, kämpfen Hilfsangebote für kleine und große Menschen in akuter seelischer Not mit Personalmangel, Überlastung und langen Wartezeiten. Gewalt- und Suizid-Prävention gelten als politisch wenig attraktiv, Empathie lässt sich nicht skalieren, Zuhören nicht patentieren.
Der Tod verursacht wenig Verwaltungsaufwand. Kein Förderantrag, kein Konzept, kein Folgeprogramm. Ein Name, ein Datum, ein Grabstein. Und währenddessen rollt der geförderte Fortschritt lautlos weiter – präzise, autonom, gleichgültig. Also investiert der Staat in Autopiloten und lässt die innere Leere vieler Menschen im Leerlauf. Man programmiert Mobilität, aber keine Menschlichkeit.
Prävention kostet Mühe – der Tod nur einen Grabstein – und das heißt schlichtweg: Für viele traurige, verzweifelte, ohnmächtige und hilflose kleine wie große Menschen bleibt im schlimmsten Fall am Ende nur eines: ein Name auf einem Grabstein.
Zu diesem „Wutbrief“ habe ich einen Hilferuf eines Mädchens aus einem meiner Trainings mitgebracht. Das Mädchen konnte ich mit Hilfe engagierter Pädagog:innen und der Schulpsychologie retten. Wenn dieser politische Weg aber unser Fortschritt sein soll, ist es ein kalter, ein politisch gewollter, in dem man Fortschritt in Patenten, nicht in Leben misst.
LG Günther