27. Januar 2026

Du sprichst ruhig wie die Sonne strahlt

In den Volksschulen beginne ich meine Präventionstrainings nicht mit großen Worten, sondern mit echter Aufmerksamkeit, mit Kennenlernen, Vertrauen schaffen und Beziehung aufbauen, denn Wertschätzung ist der erste Schutz.

In meinen zwei- oder dreitägigen systemischen Trainings lernen Kinder, genau hinzusehen, hinzuhören und zu spüren: auf sich selbst, auf andere und auf das, was stärkt; und ein fester Bestandteil ist der Lobbrief. Die Kinder schreiben ihn füreinander: Für Hilfsbereitschaft, Aufzeigen statt herausrufen, für Freundschaft, für Zuhören, fürs Wahrnehmen und auch für ein ruhiges Wort, wenn es laut wird. 

Manche denken zuerst einmal nach, andere schreiben sofort, doch alle erleben: Wertschätzung verändert die Atmosphäre und verändert positiv die Klassengemeinschaft. Diese Lobbriefe sind kein Wettbewerb, sie sind Geschenke für die Kinder, weil sie Räume für Stolz, für Verbindung und für Schutz (er-)öffnen.

Manchmal erreicht mich – so wie gestern – selbst ein Lobbrief. Wenn Norah aus einer 3. Klasse Volksschule schreibt: „Lieber Herr Günther! Du bringst uns sehr viel bei! Außerdem machst du deinen Job sehr gut! Du sprichst ruhig wie die Sonne strahlt“; dann ist das Motivation pur! 

🟢 Motivation, Kinder weiter zu stärken, bevor Ausgrenzung entsteht. 
🟢 Motivation, Räume zu schaffen, in denen Hinsehen wichtiger ist als Wegschauen.
🟢 Motivation, hinzuhören, wo andere übersehen werden. 
🟢 Motivation, jeden Tag daran zu arbeiten, dass Schule ein sicherer Ort bleibt.

Systemische Mobbing-Prävention und -Intervention beginnt dort, wo Kinder sich sicher fühlen und einander wertschätzen und ich lade Eltern und Pädagog:innen ein, diesen Weg mitzugehen: innezuhalten, zuzuhören – und Kinder im Stärken stark zu machen.

Lasst uns gemeinsam Schule zu einem sicheren Ort machen: Für jedes Kind!

LG Günther