1. Januar 2026

Externalisierendes Verhalten und der Schulverweis

Die letzte Woche vor Weihnachten kam eine Mutter zu mir und stellte folgte Frage: „Unser Sohn, 12, wird in der Klasse immer aggressiver und die Schulleiterin erwägt einen Schulverweis. Kann das mit Mobbing zu tun haben?“

Ja, kann; und ziemlich sicher ist auch so, denn Buben, die gemobbt werden, sind sehr oft als aggressiv und verhaltensauffällig, leiden durch Mobbing unter externalisierendem Stress und zeigen das durch Wut, Provokation, Regelverstöße oder körperliche Aggression. Das führt häufig dazu, dass ihr Leid übersehen und ihr Verhalten sanktioniert statt verstanden wird.

Zu helfen bedeutet, Aggression als Signal zu interpretieren und nicht als Charakterproblem, denn ein externalisierendes Verhalten ist oft ein Ausdruck von Ohnmacht, Scham und chronischem Stress – nicht von „Boshaftigkeit“; und die Aggression wird zur Überlebensstrategie.

Was du als Mama/Papa tun kannst:

  • Ruhig bleiben, auch wenn es schwerfällt
  • Nachfragen: „Was war heute besonders schlimm?“
  • Gefühle benennen helfen: „Das klingt, als wärst du sehr verletzt gewesen.“
  • Klare Grenzen setzen; nicht beschämen: „Ich verstehe deine Wut. Gewalt geht trotzdem nicht.“

Zum Schluss habe ich der Mutter folgenden Merksatz mit auf den Weg gegeben: „Ihr Sohn ist nicht das Problem, er zeigt mit seinem Verhalten, dass es ein „Thema“ in der Klasse gibt!

Die „Schulen“  – das sind meine Erfahrungen – trennen sich lieber von solchen Buben, weil es kaum Erfahrungen zu internalisierenden Reaktionen gibt und es neben Geduld auch ein externes Expert:innen-Wissen braucht, denn vielfach ist das aggressive Verhalten bei Buben, eine sekundäre Reaktion auf diese „chronische“ soziale Bedrohung durch Mobbing.

Wir werden uns 2026 mit unserem „Elternclub“ diesen und vielen anderen Themen rund um Familie, Eltern, Erziehung, Mobbing, Gewalt … annehmen und auch mit dem neuen Online-„Präventions-Medium „Günthers Brille“, die Gesellschaft unterstützen; bei Interesse melde dich bitte unter www.aktivpraeventiv.at/newsletter an.

LG Günther