28. Januar 2026

Gedanken aus der systemischen Mobbing- und Gewaltprävention

In meiner österreichweiten Arbeit mit Schulklassen, Pädagog:innen und Schulleitungen begleite ich seit vielen Jahren Kinder, die von Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung betroffen sind – ebenso wie jene Erwachsenen, die täglich versuchen, unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Dabei zeigt sich immer wieder: Gute Beziehungen, Gespräche und pädagogische Methoden sind wichtig – aber sie reichen immer öfter nicht mehr aus.

Es gibt Situationen, in denen Kinder durch Gewalt, Drohungen, rassistische Beleidigungen oder massive Regelverletzungen den sicheren Rahmen der Schule sprengen. Wenn Anweisungen ignoriert werden, Kinder aus dem Klassenraum laufen, andere einschüchtern oder Erwachsene provozieren, ist das keine „normale Phase“ mehr, dann geht es nicht um Erziehung, sondern um Sicherheit.

In solchen Momenten hilft es, klar zu unterscheiden: Nicht jedes Verhalten ist pädagogisch lösbar – aber jedes Verhalten ist organisatorisch begrenzbar. Sicherheit hat in diesen Situationen Vorrang vor Gesprächen, Erklärungen oder Einsicht.

Wirksam ist eine Haltung, die ruhig, klar und vorhersehbar bleibt. Eskalationen werden nicht diskutiert, sondern gestoppt. Einheitliche Reaktionen aller Erwachsenen entziehen aggressivem Verhalten die Aufmerksamkeit und den Status, den es oft sucht. 

Ebenso wichtig ist eine klare „schulische“ Struktur. Wenn alle wissen, was bei Regelverstößen, Autoritätsverweigerung oder Drohungen passiert und die Politik dahintersteht oder besser stehen würde, entsteht Sicherheit – für Kinder ebenso wie für Pädagog:innen. 

Schule ist kein Ort, an dem Gewalt verhandelt wird, sie ist ein Schutzraum. Politiker:innen und Schulbehörden sind mit einer klaren öffentlichen Haltung für die Sicherheit aller Kinder verantwortlich. Leider fehlt durch elterliche Ablehnung, fehlendem elterlichen Verständnis sowie lauter Kritik sehr oft diese schützende Haltung für die Kinder und die Pädagog:innen.

LG Günther