8. Januar 2026
Was wir nicht stoppen, erlauben wir!

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich gerne human nennt. Eine Gesellschaft, die von Werten spricht – von Würde, Freiheit und Respekt. Und doch passiert es jeden Tag. Mitten unter uns. In Klassenzimmern, in Beziehungen und hinter verschlossenen Türen.
Mobbing. Sexualisierte Gewalt. Häusliche Gewalt.
Und jedes Mal meinen viele: „So schlimm wird es schon nicht sein.“ „Das ist privat.“ „Da kann man nichts machen.“, „Die ist/sind selbst schuld daran!“ Doch genau hier beginnt das Problem, denn was wir nicht stoppen, erlauben wir.
❎ Wenn ein Kind schikaniert wird – und niemand widerspricht, dann lernt es: Du bist allein.
❎ Wenn jemand sexuell missbraucht wird – und wir wegsehen, dann lernt der Täter: Du kommst damit durch.
❎ Wenn Gewalt in Beziehungen verharmlost wird, dann wird Gewalt normalisiert.
Gewalt beginnt nicht mit dem Schlag, Gewalt beginnt mit Worten, Gewalt beginnt mit Schweigen, Gewalt beginnt mit Lachen an der falschen Stelle und Gewalt beginnt mit dem Wegsehen derer, die es besser wissen und diese „Normalisierung“ ist der Nährboden für Wiederholung.
Was wir nicht stoppen, erlauben wir.
Darum reicht es nicht, gegen Gewalt zu sein. Wir müssen dagegen aufstehen. Mit unserer Stimme, mit unserer Haltung und mit unserem Handeln.
Hinschauen ist kein Eingriff. Einmischen ist kein Fehler. Solidarität ist keine Übertreibung. Eine Gesellschaft zeigt ihren wahren Charakter nicht in ihren Worten – sondern darin, was sie duldet und was sie beendet.
Diese „Normalität“ schützt nicht die Opfer, sondern schützt immer die Täter:innen, d.h. „Was wir nicht stoppen, erlauben wir!“ Ich habe mich für 2026 neuerlich entschieden, alles zu tun, um Gewalt nicht zu erlauben!
LG Günther