7. Januar 2026
Was wollen wir?

Simone Meier hat meinen Artikel „Mobbing 2026: Im schlimmsten Fall Strafanzeige!“ repostet und folgendes ergänzt: „Aggressives Verhalten ist in der Regel kein isoliertes Problem, sondern Ausdruck komplexer sozialer, struktureller und relationaler Dynamiken.
Aus systemischer Perspektive lassen sich Auffälligkeiten grundsätzlich nicht als Einzelfallphänomene verstehen, sondern nur im Zusammenspiel der beteiligten Systeme erklären – etwa Klasse, Schule, Familie und institutionelle Rahmenbedingungen.
Der Beitrag macht sehr deutlich, dass insbesondere im schulischen Kontext fehlender Schutz, nicht aufgearbeitete Gruppendynamiken und strukturelle Versäumnisse eine zentrale Rolle spielen können.
Besonders überzeugend ist der Fokus auf Kinderschutz, systemische Einordnung und präventive Verantwortung statt vorschneller Individualisierung oder rein sanktionierender Maßnahmen. Die Betonung von Hinschauen, Verantwortungsübernahme und evidenzbasierter Prävention unterstreicht, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Bildung, Politik und Praxis gleichermaßen betrifft. Vielen Dank für diesen wichtigen und differenzierten Beitrag.“
Was wollen wir?
In der systemischen Arbeit gibt es eine entscheidende Erkenntnis: Viele Menschen wissen genau, was sie nicht mehr wollen, deswegen ist ihnen aber noch nicht klar, was sie stattdessen wollen.
Daher wäre es in Österreich wichtig, dass wir alle nicht nur davon sprechen, was wir nicht mehr wollen, sondern unsere ganze Aufmerksamkeit, Kraft und Energie der Frage widmen: „Was wollen wir und wie wollen wir diese komplexen Situationen wirksam lösen?
Damit würden wir alle zu „Expert:innen“ für das, was wir wollen; nicht als Beschönigung, sondern als bewusste Entscheidung für eine lebenswerte und gewaltfreie Zukunft!
LG Günther