18. Februar 2026
Cyber-Grooming – Wenn Nähe im Netz zur Gefahr wird!

Das Thema „Cyber-Grooming“ war diese Woche Thema bei einer Diskussionsveranstaltung. Das Interesse von Eltern, Großeltern und auch Pädagog:innen war groß, dass Wissen darüber und wie Kinder und Jugendliche geschützt werden können, haben aber noch Luft nach oben.
Soziale Netzwerke, Messenger und Online-Games gehören für viele Jugendliche ganz selbstverständlich zum Alltag. Freundschaften entstehen digital, Gespräche finden über Chats statt, Vertrauen wächst oft schneller als im echten Leben und genau das nutzen Täter:innen beim sogenannten Cyber-Grooming aus.
Cyber-Grooming bezeichnet das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte zu Minderjährigen über das Internet. Erwachsene geben sich dabei häufig als Gleichaltrige aus, zeigen Interesse, machen Komplimente und bauen schrittweise eine emotionale Bindung auf. Was zunächst harmlos wirkt, kann in Manipulation, Erpressung oder sexueller Ausbeutung enden.
Typisch ist ein schleichender Prozess: Zuerst entsteht ein scheinbar echtes Verständnis. Täter:innen hören zu, fragen nach Sorgen, bieten Trost. Danach folgen persönliche Fragen, das Verschieben von Grenzen, das Einfordern von Geheimhaltung. Oft werden zuerst intime Bilder erbeten, dann erpresst und später werden diese genutzt, um Druck auszuüben.
Wichtig ist: Die Verantwortung liegt niemals bei den Jugendlichen. Täter:innen sind professionell manipulativ und gehen strategisch vor. Durch Gefühle von Scham oder Schuld vertrauen sich nur rund acht Prozent der betroffenen Jugendlichen, Erwachsenen an.
Cyber-Grooming ist daher schon lange in unserer Gesellschaft angekommen, denn mit der zunehmenden digitalen Vernetzung steigt auch das Risiko. Prävention bedeutet deshalb vor allem Aufklärung, Vertrauen und Kommunikation.
Je sicherer Eltern über Manipulationsstrategien informiert sind und je offener Eltern und Jugendliche miteinander sprechen, desto geringer ist die Gefahr, dass Täter:innen Erfolg haben.
LG Günther