5. Februar 2026
Fehlender Respekt!

Eine Schulleitung ersucht mich um eine zweitägige systemische Mobbing- und Gewalt-Prävention in einer „herausfordernden“ Klasse und bereits am ersten Tag schreiben mir die Schüler:innen in einer vertraulichen und anonymen Übung, dass es ein massiv betroffenes Mobbing-Opfer gibt.
Mobbing ist ein „Gewaltphänomen“, dass nur in Zwangskontexten – beispielsweise Klassen – entsteht und das aus unterschiedlichen Bausteinen genährt wird: Erziehungsstil und -haltung, Beziehungsaufbau, menschliche Grundbedürfnisse, Mediengebrauch und -konsum, soziale Abhängigkeiten und der Peergroup; also der Gleichaltrigengruppe.
Das heißt, bei Mobbing sind die Eltern ein entscheidendes Bollwerk!
Daher ist es wichtig, sie aufzuklären, sie zu ermutigen und damit den Kindern zu helfen, denn die schweigen, weil sie „gelernt“ haben, dass Eltern oft gar nicht erst zuhören, unangemessene „Rat-Schläge“ geben oder überreagieren und damit ihre Souveränität in diesem Zwangskontext selbst zerstören.
Die Schulleitung hat bereits vierzehn Tage vorher und insgesamt drei Mal die Eltern mit einem sehr empathischen Schreiben gebeten, zum Elternabend zu kommen. An diesem Abend waren wir alle erschüttert: denn aus dieser Klasse kamen keine Mutter und kein Vater!
Die Schüler:innen waren am nächsten Tag sehr betroffen, ich spürte ihre Beschämung, dass sie trotz der immensen Herausforderungen von ihren Eltern im Stich gelassen worden sind.
Eine respektlose Haltung gegenüber den Kindern, die – wie ich es selbst erlebe –immer öfter zur traurigen Realität wird!
LG Günther