19. Februar 2026

Hinsehen. Handeln. Schützen. – Warum Prävention uns alle angeht!

Diese Woche bin ich mit systemischer Mobbing- und Gewalt-Prävention und -Intervention in Niederösterreich, nächste Woche in Kärnten mit einem neuen Format und dann geht es weiter in die Obersteiermark. 

Vor rund vier Jahrzehnten habe ich begonnen, mich für den Schutz von Kindern einzusetzen. In dieser Zeit habe ich unzählige Klassenräume betreten, viele Gespräche geführt und Geschichten gehört, die mich bis heute bewegen.

Was mich immer wieder berührt, ist nicht nur das Leid der Betroffenen – sondern auch die ehrliche Betroffenheit derjenigen, die sagen: „Ich habe nicht gemerkt, wie stark das Mädchen leidet.“ oder auch: „Ich hätte früher eingreifen müssen.“

Diese Sätze zeigen mir: Die meisten Kinder wollen helfen, doch Mobbing und Gewalt entwickeln sich oft schleichend. Was als „Spaß“ beginnt, wird zur systematischen Ausgrenzung und was als Einzelkonflikt erscheint, ist in Wahrheit eine Dynamik, die eine ganze Gruppe oder Klasse erfasst.

In all den Jahren konnte ich – das hoffe ich zumindest – eines vermitteln: Mobbing ist ein Gruppenprozess – und genau deshalb braucht es einen systemischen Blick. Es geht nicht darum Schuldige zu suchen, es geht darum, Verantwortung zu klären, Betroffene zu schützen und Strukturen zu stärken.

Mein Anliegen, meine Überzeugung ist es, Räume zu schaffen, in denen wieder Vertrauen wachsen kann, in denen Kinder erleben: „Ich werde gesehen!“ und Erwachsene spüren: „Ich bin nicht allein mit dieser Herausforderung!“

Prävention bedeutet für mich, frühzeitig Sensibilität zu fördern und nach 40 Jahren bin ich mehr denn je überzeugt: Der Schutz von Kindern ist eine Haltung und jede Gruppe, Klasse, Einrichtung und Familie, die den Mut hat hinzusehen, verändert mehr, als sie vielleicht ahnt.

LG Günther