4. Februar 2026
„Mir wird alles zu viel!“: Wenn Pädagog:innen an ihre Grenzen kommen

„Mir wird alles zu viel!“ – dieser Satz fiel heute in einer Volksschulklasse, die von massiver Unruhe, geringer Selbstkontrolle, wenig Empathie und offener Diskriminierung durch Kinder geprägt ist. Dieser Satz fiel nicht aus Schwäche, sondern aus Erschöpfung und er steht stellvertretend für viele Pädagog:innen, die ich in meiner präventiven Arbeit zunehmend erlebe.
Was ich derzeit beobachte, ist keine individuelle Überforderung, sondern eine strukturelle Dauerbelastung: Pädagog:innen sollen Lernprozesse ermöglichen, Beziehung halten, Konflikte deeskalieren, Rassismus thematisieren oder auch emotionale Defizite kompensieren.
Sie sollen pädagogisch Situationen klären, die aber Gesundheitsthemen, Sicherheitsthemen, Sozialthemen und auch Familienthemen sind und sie stehen unter einem unglaublichen Druck durch die Politik und durch Eltern. Beide „Parteien“ nehmen aber wenig bis gar keine Rücksicht auf die Erfordernisse der Pädagog:innen und damit auch auf die der Kinder!
Gefährlich wird es, wenn diese Erschöpfung negiert wird und wenn Pädagog:innen glauben, sie müssten „resilienter“ sein und „durchhalten“, weil das von ihnen verlangt wird. Burnout beginnt oft dort, wo Engagement auf Ohnmacht trifft; und niemand zuhört.
❎ Mein Appell an Pädagog:innen:
Diese Erschöpfung ist kein Versagen, sondern ein Signal. Sprecht aus, was belastet, fordert Unterstützung ein – fachlich, kollegial, strukturell, auch wenn es Abhängigkeiten durch die Politik gibt. Prävention von Gewalt und Mobbing beginnt nicht bei den Kindern allein, sondern auch bei den Pädagog:innen, die sie begleiten.
❎ Und an die Politiker:innen gerichtet:
Wenn Pädagog:innen sagen „Mir wird alles zu viel“, dann ist das ein Warnsignal; und zwar eines, das die Politik und Gesellschaft ernst nehmen sollte.
LG Günther