1. Februar 2026

Politisches Wegsehen ist Gewalt: vor allem gegen Kinder!

Während meiner „Mobbing-Prävention“ erzählen mir Kinder auch regelmäßig über „Häusliche Gewalt“ und dann fallen mir verzweifelte Hilferufe aus „Kinder legen Zeugnis ab“ ein: „Da bin ich im Zimmer gelegen und ich habe sie schreien, weinen gehört und ich habe nichts machen können. Weil da habe ich mich nicht mehr ins Zimmer getraut, ich bin innerlich fast verblutet vor Schmerz.“

Die Debatte zu „Häuslicher Gewalt“ und zu den „Femiziden“ beobachte ich daher mit großer Sorge, denn die Ursachen von Gewalt und Gewaltprävention bleiben von der Politik nach wie vor unberücksichtigt und die geschädigten Kinder sind überhaupt aus der Diskussion „verschwunden“!

Kinder, die häusliche Gewalt miterleben, sind nicht mitbetroffen – sie sind direkt geschädigt: emotional, entwicklungspsychologisch und langfristig gesellschaftlich. Diese brutale Realität wird in den politischen Debatten weiterhin ausgeblendet: Nicht als Wissensdefizit, sondern als beschämende Entscheidung, mit fatalen Folgen für unsere Gesellschaft und unsere Zukunft! 

Wenn Politik bekannte Ursachen von Gewalt negiert und Gewaltprävention nicht ernst nimmt, dann ist das für mich eine Form sekundärer Gewalt, denn Kinder haben keine Eigenverantwortung für Gewalt, sie haben ein Recht auf Schutz!

Ich wünsche mir nach wie vor, die klare Anerkennung „Häuslicher Gewalt“ auch als Kindeswohlgefährdung, die nachhaltige Finanzierung von Gewaltprävention sowie eine politische Sprache, die Gewalt nicht verharmlost, sondern ernst nimmt.

Weitere politische Debatten ohne die Fokussierung auf Gewaltprävention können wir uns nicht leisten, denn dafür bezahlen Frauen und Kinder jetzt schon einen zu hohen Preis!

Zum Schluss gilt mein ausdrücklicher Dank den Soroptimistinnen. Ihr ehrenamtlicher, unermüdlicher Einsatz schützt Frauen und Kinder dort, wo politische Verantwortung relativiert, verschoben oder unterfinanziert wird. Ihr Engagement ist unverzichtbar – und zugleich ein Spiegel politischen Versagens.

LG Günther