13. Februar 2026

Warum Mikroaggressionen so stark schädigen? – Teil 1

Eine Schule, eine Klasse, eine Gruppe von Mobber:innen, ein Bub, der zuschlägt: Was für Pädagog:innen und Eltern ganz klar erscheint, ist ein Fall von sekundärer Gewalt: verursacht durch Mikroaggressionen.

Mikroaggressionen sind kleine, zumeist nonverbale Grenzverletzungen: abwertende Blicke, Kichern, Geräusche, Auslachen nach einer Reaktion, gezieltes Ignorieren. Für Erwachsene wirken sie leicht übersehbar oder harmlos. Für Kinder und Jugendliche sind sie das nicht.

Der Grund dafür ist einfach: Mikroaggressionen wirken nicht wie ein einzelner Schlag, sondern wie ständiger Druck. Sie passieren immer wieder, oft unerwartet, und fast nie so eindeutig, dass man sie leicht beweisen oder benennen könnte. Das Nervensystem bleibt dadurch dauerhaft in Alarmbereitschaft. Kinder sind angespannt, beobachten ständig ihre Umgebung und verlieren die innere Ruhe, die sie zum Lernen und Wachsen brauchen.

Besonders belastend ist die Ohnmacht, die mit Mikroaggressionen einhergeht. Bei offenem Streit oder klaren Beleidigungen wissen Kinder: Das war nicht in Ordnung. Bei subtilen Angriffen lernen sie oft: Ich kann nichts beweisen. Wenn ich etwas sage, werde ich vielleicht ausgelacht oder nicht ernst genommen. Viele beginnen daher zu schweigen. Dieses Schweigen ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Resignation; und morgen folgt Teil 2.

Mit der nächsten kostenlosen Online-Information werde ich Eltern und Pädagog:innen auch dafür sensibilisieren, weil Zugehörigkeit ein menschliches Grundbedürfnis ist und wo das brüchig wird, entstehen Macht und Ausgrenzung.

Ich werde bei dieser Online-Information wieder versuchen, diese Dynamiken verstehbar zu machen – damit Eltern und Pädagog:innen ruhig bleiben, Orientierung geben und die Kinder sicher begleiten können. Die Ausschreibung erfolgt wieder über meinen Newsletter: www.aktivpraeventiv.at/newsletter

LG Günther