1. März 2026
Danke, dass ich dir das sagen durfte: Warum Zuhören Leben schützen kann! – Teil 1

Diese Zeilen werden emotional berühren oder auch erschüttern und genau deshalb finde ich es wichtig, Eltern aufzuklären und zu informieren, weil Kinder und Jugendliche wollen, dass etwas aufhört, dass sie Hilfe bekommen!
Gestern habe ich über die Worte eines Mädchens berichtet: „Ich habe Selbstmord-Gedanken“ und seit rund 15 Jahren erhalte ich während meiner Trainings in immer kürzeren Abständen solche traurigen und bewegenden Aussagen.
So schrieb mir ein 17jähriger Bursche: „Ich stand schon auf der Brücke und wollte springen, aber ich wollte das meinen Eltern nicht antun.“ Ein 13jähriges Mädchen schrieb: „Ich habe vor Suizid zu begehen, meine Eltern wissen nichts und bitte sage ihnen auch nichts.“ Ein neunjähriges Mädchen schrieb: „Ich habe begonnen mich zu ritzen, zuerst leicht, jetzt aber schon tief!“
Wenn Jugendliche mir solche Wörter, solche Sätze sagen oder schreiben, dann höre ich darin nicht nur Verzweiflung – ich höre auch Vertrauen, denn kein Jugendlicher spricht solche Gedanken leichtfertig aus. Suizidgedanken im Jugendalter sind häufig Ausdruck von Überforderung, emotionaler Einsamkeit oder dem Gefühl, keinen Ausweg zu sehen.
Liebe Eltern! Wenn ihr Kind darüber spricht, ist das kein Zeichen ihres Versagens, für mich ist es ein deutliches Zeichen, dass Ihr Kind nach Verbindung sucht. Was Kinder in solchen Momenten daher am meisten brauchen, ist kein Schock, keine Strafe und keine sofortige Lösung – sondern einen Erwachsenen, der ruhig bleibt und sagt: „Danke, dass du mir das sagst. Ich bin für dich da.“
Liebe Eltern! Was junge Menschen in solchen Momenten am meisten schützt, ist daher nicht Perfektion, es ist schlichtweg Beziehung und Eltern sind dabei der wichtigste Schutzfaktor; wenn sie erreichbar sind und bleiben. Schweigen, Wegsehen, Vorwürfe oder Schuldzuweisungen hingegen, verstärken die Isolation.
Ich plane zu diesem emotional berührenden und durchaus auch erschütternden Thema auf alle Fälle noch den Teil 2 (Wie Eltern hilfreich reagieren können!) und den Teil 3 (Während Jugendliche sprechen, schweigt die Politik!).
LG Günther