28. März 2026
Teil 1: Noch ein Konflikt – oder schon Mobbing?

Die entscheidende Grenze im Arbeitsalltag verstehen!
Diese Woche war ich von einem österreichweiten Konzern gebeten worden, unter dem Motto: „Themenkomplex Gewaltphänomen Mobbing am Arbeitsplatz!“ mit Mitarbeiter:innen einen vierstündigen Workshop durchzuführen und für Führungskräfte wird bereits ein weiterer Workshop vorbereitet.
Mobbing am Arbeitsplatz beginnt selten laut. Es ist kein offener Konflikt, kein klarer Streit, sondern oft ein schleichender Prozess. Kleine Spitzen, unterschwellige Kommentare, Ausgrenzung im Alltag; Dinge, die für sich genommen harmlos wirken können.
Und genau hier liegt die Schwierigkeit: Nicht jeder Konflikt ist Mobbing. Konflikte gehören zum Arbeitsalltag – sie sind meist sachlich, lösbar und sogar wichtig. Mobbing dagegen ist systematisch, wiederholt und richtet sich gegen eine Person. Der Unterschied liegt also nicht im einzelnen Vorfall, sondern im Muster.
Im Alltag zeigt sich Mobbing oft subtil: Jemand wird regelmäßig übergangen, bekommt wichtige Informationen nicht oder wird zum Ziel von „Witzen“. Einzelne Situationen lassen sich leicht relativieren, doch in der Summe entstehen Druck und Wirkung.
Ein entscheidender Wendepunkt ist erreicht, wenn Konflikte kippen: Wenn es nicht mehr um Inhalte geht, sondern um die Person, wenn Gespräche keine Lösung mehr bringen, wenn sich Situationen wiederholen und verstärken.
Dann haben wir es nicht mehr mit einem normalen Konflikt zu tun, sondern mit einer Dynamik, die sich verselbstständigt. Das Problem ist, dass Mobbing oft erst zu spät erkannt wird, weil es leise beginnt und lange unscharf bleibt. Umso wichtiger ist es, früh auf Muster zu achten und das eigene Gefühl ernst zu nehmen.
Die Teile 2 und 3 folgen!
LG Günther