15. März 2026

Wir haben Macht mit Stärke besiegt!

Als ich vor vielen Jahren in Hamburg auf das Projekt „Kiezläufer“ aufmerksam wurde, blieb mir ein Satz besonders im Gedächtnis. Einer der Verantwortlichen sagte zu mir: „Wir haben Macht mit Stärke besiegt.“ Dieser Satz wirkt zunächst wie ein Widerspruch – und genau darin liegt seine Kraft, denn er beschreibt einen Weg, der nicht über Dominanz, sondern über innere Haltung führt.

Macht steht häufig für Hierarchie, Kontrolle und das Durchsetzen des eigenen Willens. Stärke hingegen hat eine andere Qualität. Sie entsteht aus Überzeugung, aus Gemeinschaft und aus der Fähigkeit, Menschen mitzunehmen, statt sie zu unterwerfen und genau hier setzt auch meine Präventions-Arbeit an.

Der Satz „Wir haben Macht mit Stärke besiegt“ beschreibt daher meine Haltung: Themen werden nicht mit Druck gelöst, sondern mit aktivem Zuhören, professionellen Methoden und dem Einbinden von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. 

Es geht nicht darum, über andere zu bestimmen, sondern darum, ihnen die eigene Stärke bewusst zu machen. Wer erlebt, dass sie:er ernst genommen wird und Teil einer Gemeinschaft sein kann, entwickelt Selbst-Vertrauen und Selbst-Verantwortung.

Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen, Unsicherheiten und Orientierungslosigkeit viele junge Menschen prägen, sind solche Trainings von besonderer Bedeutung. Sie zeigen, dass Veränderung nicht durch Zwang entsteht, sondern durch Vertrauen und Vorbilder.

Meine Begegnung mit Kiezläufer in Hamburg hat mir gezeigt, dass soziale und präventive Arbeit dann besonders wirksam ist, wenn sie Menschen nicht nur erreicht, sondern berührt. Der Satz, den ich dort gehört habe, fasst diese Erfahrung treffend zusammen: Wahre Stärke besteht nicht darin, Macht auszuüben – sondern darin, Menschen zu stärken.

Vielleicht liegt genau darin der Schlüssel für eine Gesellschaft, die zusammenhält: Stärke, die verbindet, statt Macht, die trennt!

LG Günther