6. April 2026

Cool sein heißt helfen!

Die kommenden Wochen stehen für Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagog:innen, auch im Zeichen von Cybermobbing. Wenn wir über Mobbing oder Cybermobbing sprechen, richtet sich der Blick oft auf das Fehlverhalten: Wer hat etwas geschrieben? Wer hat mitgemacht? Wer hat weggeschaut? 

Das ist verständlich und doch greift es zu kurz, denn nachhaltige Veränderung entsteht nicht nur dadurch, dass wir problematisches Verhalten stoppen. Veränderung entsteht vor allem dann, wenn wir ein anderes Verhalten sichtbar und attraktiv machen, denn Kinder und Jugendliche orientieren sich stark daran, was in ihrer Gruppe als „cool“ gilt. 

Wer laut ist, wird gesehen, wer sich zurückhält oder eingreift, oft nicht; und genau hier liegt ein entscheidender Hebel: Was wäre, wenn sich das verschiebt?

✅ Wenn nicht mehr das Mitmachen Anerkennung bringt, sondern das Stoppen?
✅ Wenn nicht das Weiterleiten von peinlichen Inhalten Aufmerksamkeit erzeugt, sondern das bewusste Nicht-Mitmachen?
✅ Wenn es sichtbar und wertgeschätzt wird, wenn jemand sagt: „Das ist nicht okay.“?

Das bedeutet nicht, Kinder zu belehren oder zu kontrollieren, es bedeutet, den Blick bewusst zu lenken. Eltern und Pädagog könn(t)en hier viel bewirken, indem sie genau diese Momente wahrnehmen und benennen:

✅ „Ich habe gesehen, dass du nichts weitergeleitet hast: das finde ich stark!“
✅ „Gut, dass du gesagt hast, dass es dir zu weit geht!“

Solche Rückmeldungen wirken oft unscheinbar, haben aber eine große Kraft, denn Kinder lernen nicht nur aus Regeln: Sie lernen vor allem aus Resonanz. Wenn hilfreiches Verhalten gesehen und anerkannt wird, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es sich wiederholt; und dass andere es übernehmen und so entsteht Schritt für Schritt eine neue Gruppendynamik.

LG Günther