9. April 2026

Mobbing: Das eigentliche Problem wird übersehen!

Ein Kind wird gemobbt und die Reaktion ist fast immer dieselbe: Wir suchen den oder die Mobber:innen, sprechen Ermahnungen aus, verhängen Strafen und führen Gespräche. Danach hoffen wir, dass es besser wird, doch oft bleibt alles beim Alten. Der Grund dafür ist unbequem: Wir verstehen das Problem falsch.

Mobbing ist kein Ausrutscher einzelner Kinder, sondern ein soziales System. Einige greifen an, andere schauen zu, manche lachen. Genau daraus entsteht das, was das Verhalten stabil hält: Aufmerksamkeit, Status und Einfluss. Während wir versuchen, einzelne „Schuldige“ zu korrigieren, bleibt dieses System weitgehend unangetastet; hier liegt der blinde Fleck.

Denn solange eine Gruppe zuschaut und solange Lachen belohnt wird, lohnt sich das Verhalten und solange Erwachsene vor allem reden, statt konsequent zu unterbrechen, verändert sich wenig. Die unbequeme Wahrheit ist: Mobbing wird nicht nur von Mobber:innen, sondern es wird auch von Strukturen aufrechterhalten, die zu spät oder zu vorsichtig reagieren.

Wer Mobbing wirksam beenden will, muss deshalb den Blick verändern. Das bedeutet

➡️ für Schulen weniger zu reden und gezielter einzugreifen, 
➡️ für Eltern, nicht nur Empörung zu zeigen, sondern Verantwortung mitzutragen und 
➡️ für die Politik, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die Schulen befähigen, mit solchen sozialen Prozessen professionell umzugehen.

Dazu möchte ich dich auf zwei kostenlose Online-Beratungen aufmerksam machen.

Mikroaggressionen: https://www.aktivpraeventiv.at/kostenlose-online-info-veranstaltung/
Kindergarten und Schule: https://www.aktivpraeventiv.at/anmeldung-eltern-mobbing-praevention/
Newsletter: https://www.mobbing-zentrum.at/anmeldung-newsletter/

LG Günther