1. April 2026
Teil 4: Hinschauen verändert alles

Warum frühes Handeln der Schlüssel im Umgang mit Mobbing ist
Wenn Mobbing entsteht, stellt sich die entscheidende Frage: Was kann man tun? Für Betroffene beginnt alles mit einem wichtigen Schritt: das eigene Gefühl ernst zu nehmen. Mobbing lebt davon, dass Menschen zweifeln und zögern. Klarheit ist deshalb zentral: Was passiert konkret? Gibt es ein Muster?
Hilfreich sind erste Schritte wie Dokumentation, Gespräche und das Einbinden von Unterstützung, etwa durch Kolleg:innen, Führungskräfte oder externe Stellen. Entscheidend ist: nicht allein zu bleiben und auch Kolleg:innen können viel bewirken. Oft reichen kleine Signale: nicht mitlachen, nachfragen, zuhören; Unterstützung muss nicht laut sein, um wirksam zu sein.
Führungskräfte tragen eine besondere Verantwortung. Sie setzen den Rahmen für Zusammenarbeit und müssen früh eingreifen, wenn Grenzen überschritten werden. Wegschauen verstärkt das Problem.
Langfristig geht es um Prävention: klare Regeln, offene Kommunikation und eine Kultur, in der Konflikte angesprochen werden dürfen. Allerdings stelle ich bei meiner Mobbingprävention auch oft fest, dass das Wissen über Mobbing als phasenorientiertes Gewaltphänomen und ganz besonders über gruppendynamische Prozesse nach wie vor sehr gering ist.
Es gibt auch rechtlich Möglichkeiten. Zwar gibt es in Österreich kein eigenes Mobbing-Gesetz, doch sobald Rechte verletzt werden, können Betroffene sich wehren; innerbetrieblich oder auch über externe Stellen.
Mobbing entsteht im Kleinen; und genau dort kann man auch ansetzen. Durch Aufmerksamkeit, Haltung und den Mut, hinzuschauen und verbalen, psychischen und physischen Grenzüberschreitungen entgegenzutreten!
LG Günther