13. Mai 2026

BRANDBRIEF: Angst von Kindern interessiert Politiker:innen offenbar nicht

Seit über 40 Jahren setze ich mich insbesondere für Kinder und Frauen ein, die sexualisierte, patriarchale Gewalt und Mobbing erleben und ich habe unzählige Schicksale gesehen, gehört, gespürt, unterstützt und begleitet. 

Was mich in den letzten Jahren in besonderer Weise erschüttert, ist die Normalisierung, die Verwässerung von Gewalt und Mobbing und die Gleichgültigkeit der Politik, mit der betroffene Kinder und ihre Familien allein gelassen werden.

Woche für Woche erreichen mich Berichte von Eltern, deren Kinder nicht mehr schlafen können, Bauchschmerzen entwickeln, weinen, sich zurückziehen oder morgens panische Angst haben, in den Kindergarten oder in die Schule zu gehen, während diese Eltern Verharmlosung, Wegsehen und Zuständigkeitsverschiebung in Kombination mit bürokratischer Kälte erleben.

☹︎ Wie kann es sein, dass Kinder über längere Zeit psychischer Gewalt ausgesetzt sind und Politiker:innen erst reagieren, wenn der Schaden längst eingetreten ist? 

☹︎ Warum wird Mobbing noch immer als „Konflikt unter Kindern“ relativiert, obwohl wir längst wissen, welche massiven psychischen Folgen es haben wird?

☹︎ Warum müssen Eltern kämpfen, dokumentieren, bitten, eskalieren, während ihre Kinder jeden Morgen Angst haben?

Angst von Kindern interessiert Politiker:innen offenbar nicht genug, sonst wäre dieses Thema längst mit derselben Entschlossenheit behandelt worden, wie andere gesellschaftliche Themen und Krisen. 

Wer Kinder, die Angst haben, nicht schützt, hat versagt und ganz ehrlich: Wie viele traurige, erschütternde, hilflose, ohnmächtige, verzweifelte und verängstigte Eltern und Kinder und Suizide braucht es noch, bis diese Ängste von Politiker:innen endlich wahrgenommen werden?

LG Günther