16. Mai 2026
Kinder und Jugendliche müssen Hilfe holen dürfen!

Die Wahrnehmung, die ich täglich erlebe, ist: Viele Kinder schweigen, nicht, weil nichts passiert ist, sondern weil sie Angst haben. Angst, nicht ernst genommen zu werden, Angst, jemanden zu verraten, Angst, Ärger zu machen und vor allem Angst, schuld zu sein.
Wenn ein Kind Angst hat, sich schämt oder sich mit einem Problem allein fühlt, ist der wichtigste Satz, den es hören kann: „Du darfst dir Hilfe holen.“ Genauso wichtig ist, dass wir Erwachsenen das nicht nur sagen, sondern glaubwürdig vorleben und Eltern und Pädagog:innen tragen hier eine besondere Verantwortung.
Nicht, weil sie jedes Problem lösen können, sondern weil sie Räume schaffen können, in denen Kinder ohne Angst sprechen dürfen. Für Pädagog:innen heißt das auch: Eine Kultur zu schaffen, in der Hilfeholen kein Verrat ist, sondern Verantwortung und für Eltern heißt es: Stärke nicht mit Schweigen zu verwechseln.
Kinder brauchen keine perfekten Erwachsenen, sie brauchen erreichbare, zuhörende und handelnde Erwachsene, denn unser gemeinsamer Auftrag ist klar: Sorgen wir dafür, dass kein Kind erst überlegen muss, ob es „darf“, bevor es sich Hilfe sucht.
Ein Kind, das Hilfe holt, ist nicht illoyal, nicht schwierig, nicht respektlos, es ist mutig und wenn ein Kind den Mut aufbringt, sich anzuvertrauen, braucht es keine Rechtfertigung. Es braucht einen Erwachsenen, der zuhört, der glaubt und der nach dem Motto: „Das Richtige richtig machen“ handelt!
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass kein Kind erst überlegen muss, ob es sprechen darf, denn Hilfe holen ist kein Ungehorsam, kein Loyalitätsbruch und kein Zeichen von Schwäche;
es ist Mut und dieser Mut braucht unsere ausdrückliche Erlaubnis!
LG Günther